17. Jahrgang Nr. 3 / 29. März 2017 | 2. Nissan 5777

Aus den Gemeinden – Jüdisches Leben

Darmstadt

Daniel Neumann wurde zum neuen Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Darmstadt gewählt. Damit tritt er die Nachfolge seines im vergangenen Jahr verstorbenen Vaters Moritz Neumann in diesem Amt an. Seit 2008 agiert Daniel Neumann als ehrenamtlicher Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde, hauptberuflich ist er als Direktor des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen tätig. Fanny Becher, Mark Goldich, Ingeborg Leah Nahmany und André Weiss wurden bei den Wahlen als Vorstandsmitglieder der Gemeinde bestätigt. Nach der Wahl erklärte Neumann, es sei sein vordringliches Ziel, das jüdische Leben in Darmstadt weiter zu stärken. Die Gemeinde zählt rund 650 Mitglieder. Neben dem Stadtgebiet Darmstadts gehören auch der Landkreis Darmstadt-Dieburg sowie die Bergstraße und der vordere Odenwald zu ihrem Einzugsbereich.

Göttingen

Die Jüdische Gemeinde Göttingen hat eine Chronik zur Geschichte der Juden in der Stadt nach 1945 veröffentlicht. Das von Katja Langenbach verfasste Buch behandelt unter anderem das Leben der jüdischen Gemeinde sowie die Integration der Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion. Nach 1990 stieg der Anteil der Zuwanderer in Bezug auf die Mitgliederzahl und erreichte letztendlich mehr als 90 Prozent. Heute zählt die Gemeinde rund 150 Mitglieder.

Rostock

Der Landesrabbiner von Mecklenburg-Vorpommern, William Wolff, erhält die Ehrenbürgerschaft von Rostock. Das hat die Bürgerschaft der Stadt nahezu einstimmig beschlossen; die einzige Gegenstimme kam von der rechtsextremistischen NPD. Der 1927 in Berlin geborene Rabbiner floh im Jahr 1933 als Kind mit seinen Eltern und Geschwistern vor den Nazis in die Niederlande und siedelte 1939 nach England über. Seit 2014 ist er bereits Ehrenbürger der Stadt Schwerin. In Rostock und Schwerin sind die beiden jüdischen Gemeinden von Mecklenburg-Vorpommern beheimatet.

Köln

In Würdigung seiner Verdienste um die Synagogen-Gemeinde Köln hat Bundespräsident Joachim Gauck kurz vor Ende seiner Amtszeit Isaak Olschanski (Köln) mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die Auszeichnung wurde Olschanski von der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker überreicht. Im Jahr 1995 initiierte Olschanski die Errichtung einer Gemeindebibliothek, die heute über 7000 Bücher auf Deutsch, Russisch, Hebräisch und Englisch enthält. Darüber hinaus unterstützt Olschanski als Zeitzeuge das NS-Dokumentationszentrum in Köln.

Bad Kreuznach

Der Künstler René Blättermann hat der Synagoge in Bad Kreuznach ein neues Glasfenster geschenkt. Sein Kunstwerk trägt den Namen „Simchat Tora“. Die Enthüllung des Fensters fand im März statt. René Blättermann ist Sohn des langjährigen Vorsitzenden der Jüdischen Kultusgemeinde Bad Kreuznach, Nicolaus Blättermann.