17. Jahrgang Nr. 1 / 31. Januar 2017 | 4. Schwat 5777

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

Jored (hebräisch, Plural „Jordim“)

Der Hinuntersteigende. Ein Jored ist jemand, der Israel, das Heilige Land, verlässt, um sich anderswo niederzulassen. Im Gegensatz zum Jored ist der Ole (der Hinaufsteigende) derjenige, der aus dem Ausland nach Israel kommt, um dort zu leben.
Vor allem in den ersten Jahrzehnten nach Israels Staatsgründung im Jahr 1948 wurde das Wort „Jored“ für Juden verwendet, die aus Israel auswanderten. Heute ist der negativ besetzte Begriff weniger gebräuchlich und wurde weitgehend durch neutrale Formulierungen ersetzt. Dagegen heißt die jüdische Einwanderung nach Israel auch im Amtshebräisch unverändert „Alija“ (zu Deutsch: Aufstieg).
Die Vorstellung, ein Jude, der Israel verlasse, steige auf eine tiefere Ebene hinab, geht auf das 1. Buch Mose zurück. Im 1. Buch Mose 12:10 heißt es: „Es kam aber eine Hungersnot in das Land. Da zog Abram hinab nach Ägypten, um dort zu wohnen, denn die Hungersnot war groß.“ Im 1. Buch Mose 46:4 wiederum spricht G’tt zu Erzvater Jakob: „Ich selbst will mit dir hinab nach Ägypten ziehen und will dich auch wieder heraufführen.“ Nach der Vorstellung der Mischna liegt für einen Juden Israel höher als Länder der Diaspora.