Jom Hashoah – 9. November – Tag des Sieges, Geteilte Erinnerung. Unterschiedliches Gedenken in der jüdischen Gemeinschaft

1. – 3. November 2017, Tagung in Frankfurt am Main

Mit der Einwanderung der russischsprachigen Juden hat ein Narrativ Einzug in die Gemeinden gehalten, das vielerorts umstritten ist: Der Große Vaterländische Krieg.

Die Vielfalt der jüdischen Welt kommt auch in ihren Gedenkritualen zum Ausdruck. Gedenken, Trauer, Stolz und Trost werden zwar vorrangig individuell erfahren, doch fließen sie in kollektives Erinnern ein.
Die jüdische Gemeinschaft in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nachhaltig verändert, da zehntausende Juden aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland eingewandert sind und das Gemeindeleben gestalten.
Ihre Formen des Gedenkens unterscheiden sich von Ritualen der Erinnerung und der Vergewisserung der alteingesessenen jüdischen Gemeindemitglieder, die seit Ende des Zweiten Weltkriegs in der Bundesrepublik Deutschland ihren Lebensmittelpunkt fanden.
Im Rahmen der Veranstaltung werden unterschiedlicher Erinnerungs- und Gedenkkulturen innerhalb des pluralen Kanons jüdischen Gedenkens vorgestellt und deren identitätsstiftende Bedeutung thematisiert.