16. Jahrgang Nr. 11 / 30. November 2016 | 29. Heshvan 5777

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

Jom Tow (hebräisch): Feiertag.

Wörtlich bedeutet Jom Tow „guter Tag“. Im Judentum werden als Jom Tow die folgenden Feiertage bezeichnet: die beiden Tage von Rosch Haschana, der erste Tag Sukkot, Schemini Atzeret und Simchat Tora, der erste und der siebte Tag von Pessach sowie der erste Tag von Schawuot.
Allerdings ist zu bedenken, dass dies die ursprüngliche, für das Land Israel geltende Liste ist. In der Diaspora werden diese in Israel an einem Tag begangenen Feiertage jeweils um einen zweiten Tag verlängert. Diese alte Einrichtung nennt sich Jom Tow Scheni schel Galujot, auf Deutsch: der zweite Feiertag der Diasporaländer.
Ein Jom Tow ist eine geheiligte Zeit, so wie es geheiligte Orte gibt. Jeder Jom Tow besitzt seinen ganz besonderen Inhalt und eine besondere Botschaft. Am Jom Tow sind wir gehalten, über den Alltag hinaus die irdische Welt und all ihre Sorgen zu vergessen.
An einem Jom Tow sind fast alle am Schabbat verbotenen Tätigkeiten ebenfalls untersagt. Zu den Ausnahmen gehört das Kochen für denselben Tag, das am Schabbat nicht gestattet ist. Auch das Übertragen von Feuer, also das Anzünden von Feuer von einer bereits brennenden Flamme, ist am Jom Tow erlaubt. Gesundheitlich schädlich, halachisch erlaubt ist es daher, am Jom Tow zu rauchen.