16. Jahrgang Nr. 11 / 30. November 2016 | 29. Heshvan 5777

Mahnung

Am 78. Jahrestag der „Reichskristallnacht“ rief der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, die Menschen in Deutschland auf, für eine tolerante und solidarische Gesellschaft zu kämpfen. Bei einer Gedenkveranstaltung in Würzburg erklärte Dr. Schuster unter anderem: „Die Ereignisse in der Pogromnacht vor 78 Jahren führen uns drastisch vor Augen, was passieren kann, wenn Grundrechte über Bord geworfen werden und Zivilcourage fehlt. Warum haben so viele Menschen so bereitwillig beim braunen Terror mitgemacht?“
Diese Fragen, so der Zentralratspräsident, würden immer bleiben. Darüber nachzudenken und Antworten zu suchen, sei für junge Menschen heutzutage genauso wichtig wie vor 20 oder 30 Jahren. „Denn auch heute“, führte Dr. Schuster aus, „werden Synagogen und Moscheen angegriffen, Juden, die als solche zu erkennen sind, angepöbelt, und es wird gegen Ausländer gehetzt.“
Im Vorfeld des Super-Wahljahres 2017 forderte Dr. Schuster die Parteien auf, im Wahlkampf Grenzen einzuhalten, die nicht überschritten werden dürften. In einer Zeit, in der praktisch ständig Wahlkampf herrsche, gelte es, besonnen zu reden und zu handeln. Dr. Schuster betonte: „Ein menschenwürdiger, respektvoller Umgang miteinander sollte immer unsere Richtschnur sein.“

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