Die Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main

  • Mit fast 7.000 Mitgliedern ist die Jüdische Gemeinde Frankfurt die viertgrößte in Deutschland.
  • Im 12. Jahrhundert etablierte sich eine erste jüdische Gemeinde rund um den heutigen Dom.
  • 1241 und 1349 Judenverfolgungen in Frankfurt
  • 1360 durften sich wieder jüdische Familien in der Stadt niederlassen.
  • 1464 wurde den Frankfurter Juden ein Gebiet an der Stadtgrenze zugewiesen, wo später die Judengasse, das Frankfurter Ghetto, entstanden ist. Hier lebten die Frankfurter Juden mit einer kurzen Unterbrechung in beengten Verhältnissen bis zur Emanzipationszeit.
  • 1804 Gründung des Philanthropins: Die Jüdische Gemeinde Frankfurt wurde zum Zentrum der religiösen Reformbewegung. Im Gegenzug gründet Rabbiner Samson Raphael Hirsch die orthodoxe Austrittsgemeinde, die sich 1848 in der Israelitischen Religionsgesellschaft zusammenschloss.
  • 1864 bürgerliche Gleichstellung: Die Frankfurter Juden zogen in andere Stadtteile um.
  • Neben zahlreichen kleinen Gebetshäusern gab es die Hauptsynagoge in der Judengasse, die Synagoge am Börneplatz sowie die Synagoge an der Friedberger Anlage, die 1907 für die Austrittsorthodoxie gebaut wurde, und die 1910 erbaute liberale Westend-Synagoge.
  • Bis 1933 zählte die Frankfurter Gemeinde mehr als 30.000 Mitglieder. Die Mehrzahl war in der Israelitischen Gemeinde organisiert.
  • 1933 – 1945: Während der NS-Zeit völlige Zerstörung des jüdischen Lebens in Frankfurt. Viele Frankfurter Juden emigrierten. Rund 12.000 Juden aus Frankfurt wurden in den NS-Vernichtungslagern ermordet.
  • Im Juli 1945 wurde der aus dem KZ Theresienstadt zurückgekehrte Rabbiner Dr. Leopold Neuhaus von der amerikanischen Militärregierung mit der Gründung einer jüdischen Gemeinde beauftragt.
  • Januar 1947: Wahl des ersten ordentlichen Gemeindevorstands
  • Sept. 1986: Einweihung des Ignatz Bubis-Gemeindezentrums in der Savignystraße
  • 1989 hatte die Jüdische Gemeinde Frankfurt etwa 4.500 Mitglieder.
  • ab 1990 Zuzug zahlreicher Juden aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. In Frankfurt ist etwa ein Drittel der Gemeindemitglieder zugewandert.
  • 2006 Umzug der I. E. Lichtigfeld-Schule in das neu renovierte Philantropin mit der Etablierung eines gymnasialen Schulzweigs bis zur 9. Klasse
  • Westend-Synagoge: 1908 – 1910 im Jugendstil erbaut, größte Synagoge in Frankfurt am Main, überstand als einzige der vier großen Synagogen schwer beschädigt die Novemberpogrome 1938, diente bis zur NS-Zeit dem liberalen Reformflügel als G’tteshaus, 1950 Wiedereinweihung nach provisorischer Renovierung, 1989 – 1994 originalgetreue Restaurierung