16. Jahrgang Nr. 8 / 26. August 2016 | 22. Aw 5776

Wir und die Spiele

Jüdisches bei der Olympiade von Rio de Janeiro

Sobald die Olympischen Spiele beginnen, blickt die jüdische Welt alle vier Jahre mit Spannung auf die jüdischen Sportlerinnen und Sportler, die zum sportlichen Kräftemessen antreten. Das war bei der Olympiade in Rio de Janeiro nicht anders. Allerdings hatten die Spiele diesmal auch außerhalb der Stadien und der Sporthallen Interessantes für jüdische Sportfans zu bieten.
Im Blickfeld stand nicht zuletzt der Präsident des Olympischen Organisationskomitees, Carlos Arthur Nuzman, Enkel russischer Juden, die nach Brasilien ausgewandert waren. Nuzmans Vater Izaak war seinerzeit Vorsitzender des jüdischen Gemeindeverbandes von Rio. Carlos Arthur Nuzman ist engagierter Jude und Mitglied der Synagogengemeinde Congregacao Judaica do Brasil und war früher als erfolgreicher Volleyballspieler aktiv. Seit 1995 bekleidet er das Amt des Präsidenten des brasilianischen Olympischen Komitees.
Nuzman war nicht der einzige Jude im Organisationskomitee. Der Geschäftsmann und Manager Sydney Levy hat die Spiele als Geschäftsführer des Komitees vorbereitet. Im Vorfeld der Olympiade bekannte Levy ehrlich, „keine Verbindung zu Sport“ zu haben. An der Verwaltung eines Etats von 2,2 Milliarden Dollar hat ihn das aber nicht gehindert. Der Kommunikations- und Marketingmanager Leonardo Gryner war als stellvertretender Geschäftsführer und Direktor des operativen Bereichs dabei.
Eine Schlüsselaufgabe fiel der israelischen Firma International Security & Defense Systems (ISDS) zu. Nachdem sie als bester Bewerber eine internationale Ausschreibung gewonnen hatte, war sie für die Sicherheit der Spiele verantwortlich.
In Rio de Janeiro wurde offiziell der 15 Olympioniken gedacht, die seit Beginn der neuen olympischen Ära während der Spiele verstorben sind. Damit kam das Internationale Olympische Komitee der seit langem vergeblich erhobenen Forderung entgegen, der elf israelischen Olympiateilnehmer zu gedenken, die 1972 in München von palästinensischen Terroristen ermordet worden waren. Während der Gedenkfeier in Rio verlas IOC-Präsident Thomas Bach, der 1976 mit der deutschen Mannschaft die Goldmedaille im Fechten errungen hatte, die Namen der ermordeten Israelis.

jta/zu