16. Jahrgang Nr. 7 / 28. Juli 2016 | 22. Tammus 5776

Stimme der Opfer

Tiefe Trauer in der jüdischen Welt, aber auch über deren Grenzen hinaus löste der Tod Elie Wiesels aus. Wiesel ist am 2. Juli im Alter von 87 Jahren verstorben.
Wiesel wurde im rumänischen Sighet geboren, das Rumänien 1940 an Ungarn abtreten musste. Nach der Besetzung Ungarns durch das „Dritte Reich“ 1944 wurde er nach Auschwitz und später nach Buchenwald deportiert. Nach der Befreiung ging er nach Paris und lebte ab 1955 in New York. Berühmt wurde Wiesel vor allem durch sein Buch „Nacht“, in dem er sein Schicksal in den NS-Lagern schilderte. Insgesamt schrieb er mehr als 40 Bücher, hauptsächlich über den Holocaust. Er engagierte sich auch im Kampf für weltweite Menschenrechte. 1986 wurde ihm der Friedensnobelpreis zuerkannt.
Der Präsident des Zentralrat der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, erklärte zu Elie Wiesels Tod: „Elie Wiesel sel. A. war für uns ein großes Vorbild, dem wir immer ein ehrendes Andenken bewahren werden. Obwohl er seine ganze Familie in der Schoa verloren hatte und trotz allem, was er selbst erlitten hatte, stiftete er durch sein Wirken Frieden und Versöhnung. Er gab den Opfern der Schoa eine Stimme, die weltweit gehört wurde. Seine Werke werden bleiben und noch vielen weiteren Generationen vermitteln, warum wir die Erinnerung an die Schoa immer bewahren müssen.“

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