16. Jahrgang Nr. 6 / 24. Juni 2016 | 18. Siwan 5776

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

Jom Ha-Schoa Weha-Gwura (hebräisch)

Gedenktag für den Holocaust und das Heldentum. „Schoa“ heißt auf Deutsch „Katastrophe“ und ist gleichzeitig die Bezeichnung für den Holocaust.
Jom Ha-Schoa wird am 27. Nissan (März/April) begangen. Er ist von der Knesset im Jahr 1951 eingeführt worden. An diesem Tag ertönen um
10 Uhr morgens für zwei Minuten die Sirenen in ganz Israel. Alle Arbeiten werden unterbrochen und die Menschen halten im Gedenken an die Ermordeten inne. Überall in der Welt halten Juden Mahnwachen, oft mit dem Anzünden von sechs Lichtern als Symbol für die sechs Millionen Opfer des Holocausts verbunden. Viele halten Zeremonien ab, bei denen die Namen der Ermordeten gelesen werden. In Israel werden inzwischen auch Gedenkkerzen mit den Namen der Opfer und einem elektronischen Code verteilt. Dieser Code macht es möglich, das Schicksal des jeweiligen Opfers auf dem Handy zu lesen.
Zunächst war der 15. Nissan als Jom Ha-Schoa anvisiert worden. An diesem Tag war im Jahr 1943 der Warschauer Ghettoaufstand ausgebrochen. Da dieser Tag aber zugleich der erste Tag von Pessach ist, wurde der 27. Nissan gewählt: nach der Pessach-Woche, aber noch während der Zeit des Warschauer Ghettoaufstandes.