16. Jahrgang Nr. 5 / 27. Mai 2016 | 19. Ijjar 5776

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

Jom Ha’atzmaut (hebräisch):

Unabhängigkeitstag des Staates Israel. Die Staatsgründung fand am
5. Ijjar 5708 statt, also am 14. Mai 1948. Wenn dieser Gedenktag auf einen Schabbat fallen würde, wird er auf Donnerstag derselben Woche vorverlegt. Die Proklamation der Unabhängigkeit Israels durch den ersten Ministerpräsidenten des neuen jüdischen Staates, David Ben-Gurion, erfolgte sechs Stunden vor dem offiziellen Ende des britischen Mandats über Palästina. Das Palästina-Mandat war Großbritannien vom Völkerbund im Jahr 1920 übertragen worden. Da Israels arabische Nachbarn den neuen Staat sofort auslöschen wollten, musste Israel seine Existenz im Unabhängigkeitskrieg von 1948/49 sichern.
Gesetzestreue Juden begehen diesen Freudentag auch mit synagogalen G’ttesdiensten und erklären ihn zu einer Unterbrechung der „Sefira“, der Trauerperiode zwischen Pessach und Schawuot, während der sonst keine Festivitäten wie beispielsweise Hochzeiten, Tanz- und Musikveranstaltungen stattfinden dürfen.
Der Vortag des Unabhängigkeitstages ist der Gedenktag für die Gefallenen der Kriege Israels (Jom Ha-Sikaron le-Chalalei Ma’arachot Israel). Damit wird betont, dass Israel seine Unabhängigkeit dem Opfer seiner Verteidiger zu verdanken hat und dass Freude und Trauer eng beieinanderliegen.