16. Jahrgang Nr. 4 / 29. April 2016 | 21. Nissan 5776

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

Joel (hebräisch):

Vorname, unter anderem Name eines Propheten aus dem Tenach. Joel lebte um 830 vor der Zeitenwende. Joel bedeutet so viel wie: G’tt ist der Herr.
Joels Werk, das das zweite Buch des Zwölfprophetenbuchs bildet, befasst sich mit dem Gericht G’ttes am Ende der Zeiten, am Tage des Heils. Joel wirkte während der Herrschaft des Königs Joasch (835–796 v. d. Z.). Seine Weissagungen richteten sich an die Nation Judäas. Zu dieser Zeit erlebte das Volk eine schwere Dürre und eine Heuschreckenplage. Joel sah in diesen Naturkatastrophen ein Strafgericht G’ttes infolge der Verfehlungen der Menschen. Der Prophet rief nach den Plagen zur Umkehr auf. In seinen Predigten zeichnete Joel aber nicht nur die Strafen G’ttes auf, sondern auch Seinen Segen für Sein Volk.
Der vorletzte Vers von Joels Werk fand Verwendung als Text eines volkstümlichen Liedes: „Aber Juda soll ewiglich bewohnt werden und Jerusalem von Generation zu Generation.“ (Joel 4:20) Der letzte Vers des Buches Joel wird in „Aw Harachamim“ zitiert, dem Märtyrergedenkgebet für Juden, die für die Heiligung G’ttes getötet wurden: „Und ich will ihr Blut nicht ungerächt lassen. Danach wird der HERR in Zion wohnen.“ (Joel 4:21)