16. Jahrgang Nr. 3 / 24. März 2016 | 14. Adar II 5776

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

Jobeljahr (hebräisch):

Jubiläum, das 50. Jahr nach sieben Brachjahren. Laut der Tora gilt im Jobeljahr ein wichtiger Grundsatz in Bezug auf Vermögenswerte, wie etwa den Landbesitz: Im fünfzigsten Jahr soll nach einer Notveräußerung „ein jeder zu seinem Besitz und auch ein jeder zu seiner Familie zurückkehren“ (3. Buch Mose 25:10). Damit sollte im alten Israel sichergestellt werden, dass nicht einige verarmten, während sich andere auf deren Kosten dauerhaft bereicherten. Derjenige, der in seiner Notlage gezwungen war, sein Land zu verkaufen, musste auch die Möglichkeit erhalten, spätestens nach 50 Jahren das Land, also die wichtigste Grundlage seines Lebensunterhalts, zurückzuerhalten. Daher betont die Tora: „Gemäß der Anzahl der Erntejahre sollst du von deinem Nächsten kaufen“, und ebenso gilt: „Nach der Zahl der Erntejahre soll er dir verkaufen.“ (3. Buch Mose 25:15) Das heißt: Landbesitz kann höchstens für 50 Jahre verkauft werden. Streng genommen wird nicht das Land verkauft, sondern eine Anzahl von Ernten.