16. Jahrgang Nr. 2 / 26. Februar 2016 | 17. Adar I 5776

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Jiskor (hebräisch):

buchstäblich „Er wird sich erinnern“ oder „Möge Er sich erinnern“. Der Begriff bezeichnet eine traditionelle Gedenkstunde innerhalb der Festtagsg’ttesdienste am Jom Kippur, am letzten Tag des Pessach-Festes, am zweiten Tag von Schawuot und am achten Tag von Sukkot (Schmini Azeret). Das Gebet beginnt mit dem Wort „Jiskor“.
Im Rahmen des Jiskor-Gebets gedenkt man der verstorbenen Eltern und anderer naher Familienmitglieder. Es ist aber auch möglich, verstorbene Freunde in das Gedenken einzubeziehen. In unserer Zeit wird in vielen Fällen ein Gebet des Gedenkens an die Opfer der Schoa und an die gefallenen Soldaten und Zivilisten Israels eingefügt. Ferner ist es üblich, am Vorabend des Jiskor-Tages ein Gedenklicht zu Ehren und zum Andenken der Verstorbenen anzuzünden.
Erste Erwähnungen des Jiskor-Brauchs gehen in die Makkabäerzeit zurück. Große Verbreitung fand die Jiskor-Zeremonie nach aschkenasischem Brauch nach den Massakern der Kreuzzüge im 11. Jahrhundert, nachdem viele jüdische Gemeinden von den Kreuzrittern ausgerottet worden waren. Auch wurden als Jiskor-Bücher nach der Schoa herausgegebene Gedenkbücher für von den Nazis ausgelöschte jüdische Gemeinden bezeichnet.