16. Jahrgang Nr. 1 / 29. Januar 2016 | 19. Schwat 5776

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

Jischuw (hebräisch)

Siedlung, Ansiedlung – die jüdische Gemeinschaft in Palästina während der Jahrhunderte und Jahrzehnte vor der Gründung des Staates Israel. Während dieser Zeit kamen immer wieder Zuwanderer aus aschkenasischen und sefardischen Diaspora-Gemeinden ins Heilige Land, um das Gebot zu erfüllen, im Land Israel zu leben, aber auch um ihre letzte Ruhestätte zu finden.
Bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es kleine jüdische Gemeinden in mehreren Städten. Dazu gehörten Z’fat (Safed), Tweria (Tiberias), Chewron (Hebron) und Peki’in (wo Juden kontinuierlich lebten). Eine besondere Stelle nahm natürlich Jerusalem ein.
Im alten Jischuw des 18. und 19. Jahrhunderts herrschte unter den jüdischen Einwohnern vornehmlich große Armut. Viele Menschen lebten von Spenden verschiedener Wohltäter aus der ganzen jüdischen Welt. Bereits in der vorzionistischen Epoche findet man in vielen jüdischen Häusern der Diaspora Spendenbüchsen wohltätiger Vereine zugunsten des Jischuw. Ihrerseits fertigten Menschen aus dem Jischuw geschnitzte rituelle Gegenstände aus Olivenholz – zum Beispiel Bessamim-Büchsen, Mesusot, Schneidebretter – und boten sie zum Verkauf in der Diaspora an.