08.01.2016

Kritische Edition von „Mein Kampf“ sollte Beitrag zu Kampf gegen Antisemitismus leisten

Zum Erscheinen der kritischen Edition des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) von Hitlers „Mein Kampf“ erklärt der Zentralrat der Juden in Deutschland:

Hitlers Machwerk „Mein Kampf“ ist eine volksverhetzende, niederträchtige Propagandaschrift. Sie transportiert einen vulgären Antisemitismus und wendet sich damit gegen unsere demokratische Grundordnung. Mit dem Auslaufen der Urheberrechte ist die Gefahr einer erneuten Verbreitung der Propagandaschrift jedoch leider erheblich gestiegen. „Mein Kampf“ verhöhnt die Opfer der Shoa und verletzt die Gefühle der Überlebenden zutiefst. Es ist richtig und unerlässlich, dass die Verbreitung der unkommentierten Fassung strafbar bleibt und von den deutschen Behörden konsequent verfolgt wird. Selbst wenn antiquarische Ausgaben und Übersetzungen international weiterhin erhältlich sind, ist dies die einzig angemessene Reaktion des deutschen Rechtsstaats.

Gegen eine wissenschaftlich-kommentierte Ausgabe von „Mein Kampf“, die den Originaltext kritisch einordnet und der historisch-politischen Bildung dient, ist nichts einzuwenden. Sie sollte vor allem in Forschung und Lehre und ggf. in Auszügen in Schulen verwendet werden.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, erklärte: „Ich hoffe, dass das Institut für Zeitgeschichte mit der wissenschaftlichen Einordnung und Erläuterung des Textes dazu beiträgt, die menschenverachtende Ideologie Hitlers insgesamt zu entlarven und Antisemitismus entgegenzuwirken.“

Berlin, 8. Januar 2016 / 27. Tewet 5776