15. Jahrgang Nr. 12 / 18. Dezember 2015 | 6. Tewet 5776

Höchst attraktiv

Das Kulturprogramm des Zentralrats für 2016 enthält viele Highlights

Mit seinem Kulturprogramm 2016 hat der Zentralrat der Juden in Deutschland den jüdischen Gemeinden wieder eine breite Palette von Kulturveranstaltungen vorgelegt. Neben Künstlern, die das Programm bereits in den vergangenen Jahren bereichert haben, sind auch neue Gesichter zu vertreten.
Dabei bedeutet „neu im Programm“ keineswegs „unbekannt“. So etwa werden Werke eines der führenden zeitgenössischen israelischen Komponisten, Gilad Hochmann, präsentiert. Im Rahmen des Kulturprogramms führen Profi-Musiker einige von Hochmanns Kompositionen für Streichinstrumente – von Solostücken bis zum Streichtrio – an Violine, Viola und Cello auf. Auf Wunsch kann der derzeit in Berlin lebende Komponist zu den Konzerten eingeladen werden. Der Komponist und Pianist Itay Dvori wiederum wartet mit einem Klavierabend auf. Auch er nimmt zum ersten Mal an dem Programm teil.
Mit Aron Hayoun, dem Oberkantor der Großen Synagoge von Paris (Grande Synagogue de la Victoire), ist auch in diesem Jahr ein prominenter Vertreter der Chasanut (jüdische Synagogalmusik) dabei. Unter dem Namen Semitones wiederum bieten die türkisch-jüdische Sängerin Hadass Pal Yarden und der deutsch-algerische Sänger und Multiinstrumentalist Momo Djender ein Konzertprojekt an, das sephardische Musik mit Gesang auf Arabisch, Hebräisch, Ladino, Türkisch und Französisch umfasst. Eine weitere Neuerung: Zum ersten Mal treten im kommenden Jahr die – in Deutschland vielleicht erfolgreichsten – Jiddisch-Solokünstler Sharon Brauner und Karsten Troyke zusammen auf.
Wie das Kulturprogramm zeigt, ist Köln das neue Zentrum für jüdisches Theater. Aus der Domstadt kommen drei Angebote unterschiedlicher Ensembles.
Die Wanderausstellung über die Blockade Leningrads im Zweiten Weltkrieg ist ebenfalls neu im Angebot. Jüdische Gemeinden können die Ausstellung für unterschiedliche Zeitspannen zusätzlich zu den anderen Kulturangeboten erhalten.
Das Kulturprogramm, das 2016 in sein zweites Jahrzehnt startet, hat sich nicht nur als ein zentrales Element des Kulturlebens jüdischer Gemeinden, sondern auch als ein Sprungbrett für viele Künstler erwiesen. Aus der Teilnahme an dem vom Zentralrat finanzierten Programm entwickeln sich oft weitere Auftritte der Künstler vor jüdischem wie vor nichtjüdischem Publikum. Dieser Nachhaltigkeitseffekt stellt einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung jüdischer Kultur in Deutschland dar.
Das gesamte Kulturprogramm 2016 kann im Internetauftritt des Zentralrats unter http://www.zentralratdjuden.de/de/topic/35.html aufgerufen werden.

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