15. Jahrgang Nr. 12 / 18. Dezember 2015 | 6. Tewet 5776

Gemeinsame Empfehlung

Anfang Dezember haben der Zentralrat der Juden in Deutschland und die Ständige Konferenz der Kultusminister der Bundesländer (Kultusministerkonferenz) beschlossen, erstmals eine gemeinsame Empfehlung für die Vermittlung jüdischer Geschichte, Kultur und Religion im Schulunterricht zu erarbeiten. Die Empfehlung soll bis Ende 2016 vorliegen.
Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und sächsische Staatsministerin Brunhild Kurth erklärte, siebzig Jahre nach Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gebe es wieder eine wachsende Zahl jüdischer Gemeinden in Deutschland, und führte aus: „Ich freue mich, dass wir nun mit dem Zentralrat der Juden eine Empfehlung verabredet haben, die darüber hinaus die deutsch-jüdische Geschichte insgesamt und das Judentum in den Blick nimmt und die sich der Frage der Vermittlung in unserer gewandelten Gesellschaft stellt.“
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, betonte: „Jüdisches Leben gibt es seit vielen Jahrhunderten in Deutschland. Das Judentum ist jedoch mehr als eine Verfolgungs- und Opfergeschichte. Leider wird es in deutschen Geschichtsbüchern häufig auf diese Aspekte reduziert und klischeehaft dargestellt. Uns ist wichtig, dass das Judentum im Schulunterricht in seiner Gesamtheit dargestellt wird.“

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