15. Jahrgang Nr. 11 / 30. November 2015 | 18. Kislew 5776

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Jichud (hebräisch): Abgeschiedenheit.

Gemäß der Tradition dürfen eine Frau und ein Mann, die nicht miteinander verheiratet sind, sich nicht allein in demselben Raum aufhalten. Im Lauf der Zeit sind detaillierte rabbinische Vorschriften erlassen worden, die bestimmte Ausnahmen machen. So etwa kann das Verbot gelockert werden, wenn die Tür des Raums offen ist und der Raum selbst für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Automatisch ist diese Lockerung aber auch dann nicht. Das Jichud-Verbot gilt übrigens auch für ehemalige, jetzt geschiedene Ehepartner.
Braut und Bräutigam sollen am Tag ihrer Hochzeit nach der Chuppa zuerst ihre Zweisamkeit genießen. Daher geht das Brautpaar gleich nach der Hochzeitszeremonie in einen für sie reservierten privaten Bereich oder Raum für den Jichud. Da das Brautpaar am Hochzeitstag traditionell fastet, um die Ernsthaftigkeit des Tages intensiver verinnerlichen zu können, bricht es hier das Fasten mit Speis und Trank.
In der kabbalistischen Mystik bedeutet Jichud „Einigung“. Gemeint ist die Wiederherstellung der Einheit der zerbrochenen Welt.