02.11.2015

Zentralrat der Juden: Sterbehilfe darf nicht liberalisiert werden

Vor der Abstimmung im Bundestag über die vier Gesetzentwürfe zur Sterbehilfe appelliert der Zentralrat der Juden in Deutschland, die möglichen Folgen einer Liberalisierung der derzeit geltenden Rechtslage zu berücksichtigen. Große Bedenken hegt der Zentralrat der Juden vor allem gegen die Gruppenanträge der Abgeordneten Hintze und Reimann (BT-Drucksache 18/5374) sowie Künast und Sitte (BT-Drucksache 18/5375).

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster, der auch Mitglied der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer ist, erklärte dazu: „Hilfe zur Selbsttötung darf nicht zum Regelangebot von Ärzten oder zur normalen Dienstleistung und damit zur Alternative der Sterbebegleitung werden.“ Er forderte einen Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung: „Notwendig ist eine Hilfe beim Sterben und keine Hilfe zum Sterben.“ Dr. Schuster sprach sich gegen eine mögliche Liberalisierung aus: „Schwerkranke und alte Menschen dürfen durch eine so entstehende Angebotsstruktur nicht in den Suizid gedrängt werden.“

Berlin, 2. November 2015 / 20. Cheschwan 5776