15. Jahrgang Nr. 10 / 30. Oktober 2015 | 17. Heshvan 5776

Engagement gewürdigt

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, hat das Engagement vieler Deutscher für Flüchtlinge gewürdigt. In einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärte er: „Wenn Sie mich vor einigen Monaten gefragt hätten, ob ich mir vorstellen kann, dass die Deutschen so positiv auf Flüchtlinge reagieren würden, hätte ich gesagt: Das kann ich mir nicht vorstellen.“
Gleichzeitig brachte der Zentralratspräsident seine Befürchtung zum Ausdruck, durch den Zustrom von Menschen, die „20 oder 30 Jahre lang mit einem israel- und judenfeindlichen Bild aufgewachsen“ seien, könne der Antisemitismus in der Bundesrepublik wachsen. Ein solches Bild könne man „nicht einfach an der deutschen Grenze abgeben“, erklärte Dr. Schuster. Zugleich betonte er, trotz solcher Befürchtungen gehe es nicht darum, eine Abneigung gegen Menschen zu schüren, die aus Ländern kämen, in denen es israelfeindliche Vorurteile gebe.
Dr. Schuster erklärte ferner, die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland wolle Kurse für Menschen anbieten, die sich um die Inte­gration von Flüchtlingen kümmerten. Man wolle Erfahrungen weitergeben, die die jüdische Gemeinschaft in den vergangenen Jahrzehnten mit den aus der ehemaligen Sowjetunion stammenden Juden gemacht habe.

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