15. Jahrgang Nr. 9 / 25. September 2015 | 12. Tischri 5776

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

Jecheskiel (hebräisch): Ezechiel.

Ein Prophet aus dem 6. Jahrhundert vor der Zeitenwende. Der Name Jecheskiel bedeutet „G’tt ist meine Stärke und Stütze“; „chasak“ heißt auf Deutsch „stark“.
Jecheskiel war priesterlicher Abstammung. Er gehörte zur ersten Gruppe der Israeliten, die 597 vor der Zeitenwende in die Gefangenschaft nach Babylonien verschleppt wurden. Jecheskiel trat zum ersten Mal als Prophet in Mesopotamien, im babylonischen Exil, auf. Dort stärkte er den Geist und die Zuversicht der Exilanten zwanzig Jahre lang. Er hat einen wesentlichen Beitrag zur Festigung des jüdischen Glaubens geleistet. Sein Werk wurde in den Tenach aufgenommen.
Eine der bekanntesten Haftarot (Prophetenlesungen), die wir am Schabbat Chol Hamoed Pessach lesen, ist die Vision der ausgetrockneten Knochen, die – unbestattet – auf einer Ebene verstreut sind. In dieser Vision bekommt Jecheskiel den Auftrag, das Wort G’ttes über die Toten zu verkünden. Da entstehen aus den Knochen wieder Körper und Leben. Dies ist eine symbolische Vorwegnahme des Glaubens an die Auferstehung in der Hoffnungslosigkeit des Exils. (Jecheskiel 37:1–14)