15. Jahrgang Nr. 8 / 28. August 2015 | 13. Elul 5775

Gewusst wie

Zweites NEXT-STEP-Seminar fand in Berlin statt / Veranstaltungsreihe für junge jüdische Führungskräfte wird Dauerprojekt

Im Juli fand in Berlin das zweite der insgesamt drei geplanten NEXT-STEP-Seminare statt. Die vom Zentralrat der Juden in Deutschland, den Israelitischen Kultusgemeinden in Österreich und dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund durchgeführte Veranstaltungsreihe verfolgt ein wichtiges Anliegen: Bei den Seminaren werden jungen jüdischen Führungskräften zusätzliche Fähigkeiten für ihr Engagement in jüdischen Gemeinden, Einrichtungen und Organisationen vermittelt. Zugleich geben die Nachwuchskräfte ihre Erfahrungen weiter und lernen voneinander.
Die Auftaktveranstaltung hatte im Februar dieses Jahres in Zürich stattgefunden. In Berlin wurde die Reihe fortgesetzt. Drei Tage lang erhielten die 30 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, alle zwischen 25 und 35 Jahre alt, intensives Coaching. „NEXT STEP soll länderübergreifend zu einer Stärkung der jüdischen Gemeinschaft beitragen“, erklärte der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland, Daniel Botmann.
Die Gruppe, die sich in Berlin wiedertraf, besteht aus jeweils zehn Personen aus jedem der drei teilnehmenden Länder. Die Teilnehmer – überwiegend junge, engagierte Berufstätige, die zum Teil gerade ihre ersten Berufserfahrungen sammeln – wurden in einem sorgfältig durchdachten Bewerbungsverfahren ausgewählt.
Nachdem in Zürich die Grundzüge der Arbeit in Führungspositionen den Kern des Programms gebildet hatten, standen diesmal Workshops zu den Themen Rhetorik, Kommunikation, Leaderment – mit diesem Begriff wird eine Kombination aus Führung (Leadership) und Management bezeichnet – ­Konfliktmanagement, Motivation und Stressbewältigung auf dem Plan. In theoretischen wie in praktischen Übungen konnten sich die Teilnehmer mit den unterschiedlichen Aspekten der Themen auseinandersetzen und die neuen Kenntnisse auch gleich einsetzen.
Der Zentralrat der Juden hatte dafür zwei erfahrene Coaches engagiert. Dr. Ralph Schicha, Schauspieler, Coach und Psychologe, trainierte nicht nur Rhetorik, sondern vermittelte auch, wie sich Präsentationen durch gezielte Atemtechnik und Stimm-Modulation verbessern lassen beziehungsweise wie das eigene Charisma dadurch besser zur Geltung kommt. Die Teilnehmer hatten in praktischen Übungen die Möglichkeit, die Tipps und Tricks sogleich auszuprobieren. Dabei musste sich jeder der Kritik der Gruppe aussetzen. In einer sehr konstruktiven Atmosphäre blieben alle Teilnehmer motiviert und mit Freude bei der Sache.
Der bekannte Psychologe Louis Lewitan führte am darauffolgenden Tag in das Thema Leaderment ein. Wie er betonte, werden von leitenden Mitarbeitern sowohl Führungs- als auch Managementfähigkeiten erwartet. Auf beeindruckende und eingängige Weise vermittelte Lewitan den Teilnehmern die Grundzüge des Leaderments. Dazu gehören nicht zuletzt Wissen und Kompetenz im Bereich Konflikmanagement.
Im Mittelpunkt des letzten Seminartags standen Fragen der Stressbewältigung. Louis Lewitan zeigte den jungen Menschen, wie Stress im Arbeitsleben abgebaut oder vermieden werden kann und wie ein guter Umgang mit Stress möglich ist. Dabei sei die Motivation der Mitarbeiter entscheidend.
Die Resonanz der Teilnehmer auf das Seminar fiel durchweg positiv aus. „Ich kann nun viel besser mit Kollegen umgehen – indem ich etwa das Team mit meinen Stärken fördere, aber meine Schwächen mit Hilfe anderer Teammitglieder ausgleiche“, beschrieb ein junger Österreicher seine bisherige Erfahrung. Viele würdigten auch, wie stark die Gruppe zusammengewachsen sei.
Der dritte Teil der Seminarreihe wird im November in Wien stattfinden. Dabei soll auf dem bisher Gelernten aufgebaut werden. Zudem verfolgt das Programm das Ziel, die Teilnehmer in das Gebiet des Projektmanagements einzuführen.
Aufgrund des Erfolges der ersten Seminarreihe haben sich die drei Spitzenverbände entschlossen, NEXT STEP zu einem dauerhaften Projekt zu machen. Die nächste Seminarreihe wird 2017 starten. Bewerber sollten zwischen 25 und 35 Jahren alt sein und mindestens einen Bachelor-Abschluss haben. Weiterführende Informationen sind unter y-j-p@zentralratdjuden.de aufrufbar.

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