15. Jahrgang Nr. 7 / 24. Juli 2015 | 8. Aw 5775

Länder der Bedrängnis

Zahl der Juden in Syrien weiter geschrumpft / Sorge auch um Juden im Jemen

Nach jüngsten Schätzungen sind rund vier Millionen Menschen vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflüchtet. Auch die – bereits bei Ausbruch des Konflikts verschwindend kleine – jüdische Gemeinschaft ist betroffen. Wie der israelische Vize­minister für regionale Zusammenarbeit, Ajub Kara, der Zeitung Jerusalem Post sagte, lebten im Jahr 2011 in den beiden größten Städten des Landes, Aleppo und Damaskus, insgesamt rund 140 Juden. Heute seien es nur noch 50, davon 42 in Damaskus. In Aleppo, so Kara, lebten nur noch 8 jüdische Frauen, aber keine männlichen Juden mehr. Kara berief sich auf eine namentlich nicht genannte jüdische Führungspersönlichkeit in Syrien, mit der er gesprochen habe. Zum Teil, so der Vizeminister, seien syrische Juden seit Beginn des Bürgerkrieges geflüchtet, während andere getötet worden seien. Diejenigen, die heute noch in dem Land lebten, seien alt und hätten keine reelle Möglichkeit, zu fliehen.
Kara, ein Knesset-Abgeordneter der Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, ist Angehöriger der drusischen Minderheit in Israel. In seiner Eigenschaft als Vizeminister für regionale Zusammenarbeit pflegt er Kontakte zu Einrichtungen und Personen in einer Reihe von Nahostländern. In dem ebenfalls konfliktgeplagten Jemen, fügte Kara hinzu, lebten rund 100 Juden. Jerusalem, so der Vizeminister, sei daran interessiert, syrische und jemenitische Juden nach Israel zu bringen. Dieses Anliegen habe er auch mit dem Vorsitzenden der Jewish Agency, Natan Schtscharanski, besprochen.
Die Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in Syrien datiert in die Zeit des Zweiten Tempels. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten in dem Land rund 15.000 Juden. Die meisten von ihnen flüchteten vor und nach der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 vor Verfolgungen.
Jüdische Präsenz im Jemen ist seit den ersten Jahrhunderten nach der Zeitenwende belegt. Nach der Staatsgründung Israels wanderten die meisten jemenitischen Juden dorthin aus, allerdings hatte eine bedeutende jüdische Emigration in das Land Israel bereits in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts begonnen.

zu