15. Jahrgang Nr. 6 / 26. Juni 2015 | 9. Tammus 5775

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

Jarmulke (jiddisch):

traditionelle Kopfbedeckung gesetzestreuer Juden. „Jarmulke“ stammt vom polnischen Wort „Jarmulka“, das wiederum türkischen Ursprungs ist. Auf Hebräisch wird die Kopfbedeckung als Kippa bezeichnet – ein Wort, das zugleich „Kuppel“ bedeutet.
Früher wurden Jarmulkes vorwiegend aus schwarzem Samt hergestellt. Diese Variante ist auch heute verbreitet, vor allem bei ultraorthodoxen Juden, die die Kippa übrigens auch unter dem Hut tragen. Allerdings sind moderne Jarmulkes oft auch vielfarbig und, vor allem in nationalreligiösen Kreisen, gehäkelt. In Israel wird der Begriff „Kippot Srugot“ (gehäkelte Jarmulkes) als Synonym für „Nationalreligiöse“ benutzt. Kippot gibt es in zahllosen Mustern, zu denen zuweilen auch Comic-Figuren gehören, doch sind letztere eher die Ausnahme.
Es gibt zum Teil Meinungen, denen zufolge das ständige Tragen der Jarmulke – anders als das Bedecken des Kopfes beim Gebet, beim Studium jüdischer religiöser Texte oder bei Kultushandlungen – kein zwingendes halachisches Gebot, sondern ein verbindlicher Brauch ist. Allerdings hat sich dieser Brauch so sehr eingebürgert, dass er zu den Wahrzeichen jüdischer Frömmigkeit gehört. Das ständige Tragen der Kippa drückt Demut vor G’tt aus.