15. Jahrgang Nr. 5 / 29. Mai 2015 | 11. Siwan 5775

Teil der Zukunft

Jüdisches Leben in Deutschland bedarf keiner Plädoyers. Das hat der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, bei der Frühjahrsvollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken in Würzburg erklärt. Plädoyers, so Dr. Schuster, würden unterstellen, dass man jemanden überzeugen müsse. Das aber sei nicht der Fall: „Einen Zweifel an jüdischem Leben in Deutschland gibt es nicht und wird es auch in Zukunft nicht geben“, betonte er. Er sei davon überzeugt, dass jüdisches Leben „in diesem Land nicht nur eine Zukunft hat, sondern Teil der Zukunft ist“.
Dr. Schuster sagte ferner, es sei nicht nachzuvollziehen, dass der Antisemitismus Auschwitz überlebt habe. Ihm gehe es, so der Zentralratspräsident, nicht um Schuld, sondern um die moralischen Lehren aus dem Geschehenen. Deshalb sei die Jugendarbeit von ganz enormer Bedeutung. „Es gibt mehr als sechs Millionen gute Gründe, jede Form von Antisemitismus auf das Härteste zu bekämpfen, ganz egal von welcher Seite er kommen mag“, führte Dr. Schuster aus. Er unterstrich, dass auch islamistisch motivierter Antisemitismus in Deutschland nicht geduldet werden dürfe. Es sei inakzeptabel, dass jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Angst ihre Heimat verließen, wie es in Frankreich geschehe.

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