15. Jahrgang Nr. 4 / 30. April 2015 | 11. Ijar 5775

Historische Wahrheit

Der Zentralrat der Juden in Deutschland befürwortet die Anerkennung des Massakers an den Armeniern als Völkermord. Das hat Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster gegenüber der Zeitung „Der Tagesspiegel“ erklärt. Dr. Schuster führte aus: „Vor 100 Jahren wurden im Osmanischen Reich auf Befehl der Regierung mehr als eine Million Armenier deportiert. Sie wurden direkt ermordet oder verhungerten und verdursteten in der Wüste. Dieses schreckliche Geschehen sollte als das bezeichnet werden, was es war: ein Genozid.“
Die Bundesregierung, so Dr. Schuster ferner, stehe hier auch deshalb in einer besonderen Verantwortung, weil deutsche Offiziere damals zu den Mitwissern und Mittätern gehörten. Zudem habe sich Hitler den Völkermord an den Armeniern quasi zum Vorbild für die Vernichtung der Juden genommen. Nach Auffassung des Zentralratspräsidenten sei es mehr als überfällig, dass sich die Türkei ehrlich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetze. Die Chancen dafür stiegen, je mehr Staaten den jüngsten Äußerungen von Papst Franziskus I. folgten und den Genozid an den Armeniern beim Namen nennten.

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