5. Jahrgang Nr. 7 / 29. Juli 2005 - 22. Tamus 5765

Nachrichten

Zentralrat der Juden ruft zum Verzicht auf rechte Parolen auf

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat die politischen Parteien zum Verzicht auf jegliche rechte Parolen im bevorstehenden Bundestagswahlkampf aufgerufen. Der Vorsitzende des Zentralrats, Paul Spiegel, sprach in Herford von einem "Lichtblick", dass es den rechten Parteien in Deutschland nicht gelungen sei, ein gemeinsames Bündnis für die geplante vorgezogene Wahl auf die Beine zu stellen. Spiegel wies bei der Einweihung der Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte für die Opfer des Nationalsozialismus im Zellentrakt des Herforder Rathauses darauf hin, dass die Zahl der Gewaltverbrechen mit rechtsgerichtetem Hintergrund in einigen Bundesländern weiter steige. Rund 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland trügen antisemitische Vorurteile mit sich herum und äußerten diese auch. Er forderte dazu auf, Gewaltfreiheit, Toleranz und Mitmenschlichkeit zu Schwerpunkten schulischer Erziehung zu machen.
dpa


Gute Zusammenarbeit gewürdigt

Die Konrad-Adenauer-Stiftung und das American Jewish Committee (AJC) können auf 25 gemeinsame Jahre zurückblicken: Das Jubiläum nahmen beide Institutionen zum Anlass, darauf hinzuweisen, welche wichtige Bedeutung die 25-jährige Zusammenarbeit und der intensive Dialog während des vergangenen viertel Jahrhunderts hatten und noch heute haben. Neben Gesprächen mit hochrangigen deutschen Politikern und Workshops stellten sich AJC-Leiterin Deidre Berger, Natha Kalmanowicz, Präsidiumsmitglied des Zentralrats der Juden, und Wolfgang Schäuble (CDU) einer Podiumsdiskussion über das deutsch-jüdische Verhältnis heute in Bezug auf Israel und den Umgang mit den Palästinensern.
AF


Besnainou neuer Präsident des Europäischen Jüdischen Kongress

Der 50-jährige Geschäftsmann Pierre Besnainou aus Frankreich ist zum neuen Präsidenten des Europäischen Jüdischen Kongresses (EJC) gewählt worden. Der in Tunesien geborene Besnainou hat sich mit 48 zu 36 Stimmen gegen den amtierenden EJC-Präsidenten, Jacob Benatoff, durchgesetzt. Zentralrats-Vizepräsidentin, Charlotte Knobloch, ist ebenfalls EJC-Vizepräsidentin.
zu

Schindler-Fabrik in Krakau wird Museum

Die ehemalige Emaillefabrik des deutschen Industriellen Oskar Schindler in Krakau soll vor dem Verfall gerettet und zu einem Museum umgebaut werden. Die Geschichte von Oskar Schindler, der 1200 jüdischen Zwangsarbeitern im Zweiten Weltkrieg das Überleben sicherte, wurde durch Steven Spielbergs Film «Schindlers Liste» weltweit bekannt. Noch vor wenigen Monaten hatten Krakauer Medien berichtet, die ehemalige Fabrik drohe zu verfallen. Nun will die Stadt Krakau das Fabrikgebäude zu einer neuen Touristenattraktion machen. Vom Herbst an sollen unter anderem Dokumente aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs ausgestellt werden. Die Museumsmacher sind außerdem im Kontakt mit mehreren von Schindler geretteten Familien, deren Lebensgeschichten vorgestellt werden sollen.
dpa/zu


Verein "Gesicht Zeigen!" hat neues Domizil

Der Verein "Gesicht Zeigen! Aktion für ein weltoffenes Deutschland" hat neuen Räume am Kurfürstendamm in Berlin. Der von vielen Prominenten und Firmen unterstützte Verein kämpft seit fünf Jahren erfolgreich gegen Antisemitismus und Rassismus. Im Jahr 2000 hatten unter anderem der damalige Regierungssprecher Uwe-Carsten Heye und Zentralrats-Präsident Paul Spiegel den Verein gegründet. Der Verein wird 2006 mit der Buber-Rosenzweig-Medaille für sein entschiedenes Eintreten gegen Rassismus ausgezeichnet.
dpa