15. Jahrgang Nr. 2 / 27. Februar 2015 | 8. Adar 5775

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

Jad (hebräisch)

Hand; Denkmal; Torazeiger
Hand: Die erhobenen Hände bildeten bereits in der biblischen Zeit ein Zeichen des Gebetes (Jesaja 1:15). Jad ist ein Mittel der Tätigkeit, der Ausführung. Im erweiterten Sinn kann Jad auch „Macht“ bedeuten: „Mit starker Hand führte euch der Herr von dannen (aus Ägypten).“ (2. Buch Mose 13:3)
Die Hand vermittelt auch den Segen. Der oder die Segnende legt die Hand auf den Kopf des oder der zu Segnenden. So segnete bereits unser Erzvater Israel seine Kinder (1. Buch Mose 48:14). Bis heute ist es in jüdischen Häusern üblich, dass Eltern ihre Kinder zum Schabbat-Beginn und an Feiertagen segnen, indem sie ihre Hände auf deren Kopf legen und dabei den Priestersegen sprechen (4. Buch Mose 6:24–26).

Denkmal: In Israel heißt die Holocaust-Gedenkstätte „Jad Waschem“ (Yad Vashem). Der Ausdruck bedeutet „ein Hand(-Zeichen) und einen Namen“ (Jesaja 56:5). In diesem Zusammenhang steht der hebräische Ausdruck „Jad“ für eine erhobene Hand, ein Mahnmal und Denkmal, eine Verpflichtung zum Gedenken.

Torazeiger: Bei der Toravorlesung verwendet der Vorleser oder der Gabbai eine Hand aus Metall oder Holz, um auf die Schriftstelle zu zeigen, da es pietätlos wäre, die Schrift mit der Hand zu berühren.