15. Jahrgang Nr. 1 / 30. Januar 2015 | 10. Schwat 5775

Zeichen für die Zukunft

In Cottbus wurde die erste Synagoge Brandenburgs seit der Schoa eingeweiht

Am 27. Januar wurde die neue Synagoge der Jüdischen Gemeinde in Cottbus eingeweiht. Es handelt sich um die bisher einzige Synagoge des Landes Brandenburg. Der Einweihungstermin am Internationalen Holocaust-Gedenktag wurde als ein Symbol des Gedenkens an Opfer der NS-Verfolgung, aber auch als ein Zeichen der Erneuerung jüdischen Lebens gewählt.
Den Zentralrat der Juden in Deutschland vertrat bei der Einweihungsfeier Vizepräsident Mark Dainow. In seiner Ansprache erklärte Dainow unter anderem: „Vor 70 Jahren hätte wohl niemand zu hoffen gewagt, dass sich ein so vielfältiges, lebendiges jüdisches Leben, wie wir es heute haben, noch einmal in Deutschland entwickeln könnte. Die Eröffnung dieser neuen Synagoge ist ein sichtbares Zeichen dafür.“ Mit der Synagoge, so Dainow ferner, habe die Jüdische Gemeinde in Cottbus hat jetzt wieder ein Herz. „Ich wünsche Ihnen, dass diese Synagoge ein lebendiger Ort des Gebets und der Begegnung sein wird“, führte der Zentralrats-Vizepräsident aus.
Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Cottbus, Gennadi Kuschnir, erklärte, die Synagoge sei auch für die aktive Teilnahme der Gemeinde am Leben der Stadt wichtig. Oberbürgermeister Holger Kelch würdigte die Einweihung des Gotteshauses.
Bei dem Gebäude, in dem sich die neue Synagoge befindet, handelt es sich um eine nichtmehr genutzte, ehemalige Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde Sankt Nikolai. Die Kirche wurde entweiht, weil sie von der evangelischen Religionsgemeinschaft der Stadt nicht mehr benötigt wurde. Die Übereignung des Gebäudes an die jüdische Gemeinde wurde von der Stadt Cottbus finanziert, die auch einen Beitrag zu den laufenden Unterhaltskosten leisten wird.

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