14. Jahrgang Nr. 12 / 16. Dezember 2014 | 24. Kislew 5775

Schon zehn Jahre – erst zehn Jahre

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat sein Kulturprogramm für das Jahr 2015 veröffentlicht

Das Kulturprogramm des Zentralrats der Juden in Deutschland gibt es seit zehn Jahren. An sich ist das im Leben einer Gemeinschaft keine allzu lange Zeitspanne. Auf der anderen Seite aber hat sich das Programm so schnell so fest eta­bliert, dass es seit Ewigkeiten da zu sein scheint: ein Gefühl, das den Erfolg der Kulturarbeit unserer Organisation unterstreicht. Das vom Zentralrat Jahr für Jahr unterbreitete Angebot ermöglicht es einer großen Zahl jüdischer Gemeinden, qualitativ hochwertige Kulturveranstaltungen durchzuführen, wobei der Zentralrat für die Künstlerhonorare aufkommt.
Im November 2014 hat der Zentralrat sein Kulturprogramm für das Jahr 2015 (Tewet 5775 bis Tewet 5776) veröffentlicht. Das Programm ist eine Kombination aus Bewährtem und Neuem. Das Hauptgewicht liegt, wie bereits in den Vorjahren und im Einklang mit den Wünschen der Gemeinden, auf Musik, wobei die musikalischen Veranstaltungen in drei Kategorien angeboten werden: Chasanut, Unterhaltende Klassik und Klassische Unterhaltung. Zu den auch international bekannten Künstlern gehören der New Yorker Star-Kantor Joseph Malovany sowie der Wiener Oberkantor Shmuel Barzilai. Kantor Baruch Chauskin und „Die Drei Kantoren“ unterstützen als hiesige Chazanim die „Chasanut-Offensive“ des Kulturprogramms.
Es fehlt aber auch sonst nicht an prominenten Stimmen. Anlässlich des 50. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel wurden zudem einige Programme aufgenommen, die sich für eine Veranstaltung in diesem Rahmen eignen.
Nicht zu kurz kommt die darstellende Kunst. Hier werden Kinderaufführungen und – mit dem Stand-Up Comedian Alexej Boris – erstmals Kabarett angeboten. Abgerundet wird das Programm durch zwei Fotoausstellungen: „Ein Leben aufs neu“ präsentiert Fotos von Ephraim Robinson aus den DP-Lagern, in denen Holocaust-Überlebende in den Nachkriegsjahren zeitweilige Unterkunft fanden. Von den Gründerjahren Israels erzählt die Ausstellung des 1925 in Leipzig geborenen israelischen Fotografen Moshe Gross.
Für die Künstler sind die Gastspielreisen durch die Gemeinden spannend, auch weil sie ihnen Begegnungen mit unterschiedlichsten jüdischen Gemeinden in Deutschland ermöglichen. Etabliert hat sich auch die Evaluation der Künstler durch die Gemeinden. In 2014 wurden erstmals die Gemeinden auch von den Künstlern hinsichtlich Aufnahme, Organisation und Werbung bewertet. Das Programm konnte sich dadurch weiter steigern und professionalisieren. Auch Gemeinden, die mit dem Metier zuvor nicht sonderlich vertraut waren, sind jetzt geübte Konzertveranstalter.
Interessierte Gemeinden können bis zum 6. Februar 2015 Anträge auf die Durchführung von Veranstaltungen im Rahmen des Kulturprogramms stellen, die entsprechenden Unterlagen liegen den Gemeinden bereits vor. Das komplette Kulturprogramm einschließlich eines Merkblatts und der Kontaktdaten ist im Internetauftritt des Zentralrats zu finden:
www.zentralratdjuden.de/de/topic/35.kulturprogramm.html

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