14. Jahrgang Nr. 12 / 16. Dezember 2014 | 24. Kislew 5775

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

IWRI (hebräisch)

„Hebräer“ oder „hebräischer“. Der Ursprung dieser Bezeichnung stammt aus der Tora (1. Buch Mose 14:13). Der Erzvater Abraham wurde als erster Iwri genannt, weil er auf Geheiß G’ttes vom anderen Ufer des Jordans (Ewer ha-Jarden) nach Kanaan einwanderte. Später wurde Josef in Ägypten Iwri, „Hebräerjunge“, genannt. Ferner nannte sich der Prophet Jona auf seiner Schiffsreise nach Tarschisch ebenfalls Iwri.
Als Gruppe werden im Tanach die Israeliten in bestimmten Zusammenhängen auch Iwrim genannt. So etwa gebietet G’tt Moses, dem Pharao gegenüber vom „G’tt der Hebräer“ zu sprechen. Manche meinen, dass in der biblischen Zeit jüdische Personen außerhalb des Heiligen Landes als Iwri bezeichnet wurden.
Innerhalb der zionistischen Bewegung erlangte das Wort Iwri Popularität als Bezeichnung des „neuen Juden“, den der Zionismus schaffen wollte. Noch im Jahr 1963 benutzte Israels Premier David Ben Gurion in einem berühmten Zitat den Begriff „Em iwrija“ (hebräische Mutter). Heute ist der Begriff in Israel nicht mehr gebräuchlich.
Von dem Wort Iwri wurde in vielen Sprachen die Bezeichnung für Juden abgeleitet, so etwa das russische Wort Jewrej, aber auch das italienische Ebreo und das rumänische Evreu.