14. Jahrgang Nr. 12 / 16. Dezember 2014 | 24. Kislew 5775

Vorgestellt

Am 30. November wurde in Frankfurt am Main das neue Präsidium des Zentralrats der Juden in Deutschland gewählt. Nachfolgend stellen wir die Mitglieder des Führungsgremiums unserer Organisation vor.

Dr. Josef Schuster – Präsident

Dr. Schusters Familiengeschichte ist seit rund 500 Jahren mit dem unterfränkischen Raum verbunden. Er selbst wurde 1954 in Israel geboren, wohin seine Eltern vor der NS-Verfolgung geflüchtet waren. 1956 kehrte die Familie nach Deutschland zurück. Josef Schuster studierte in Würzburg Medizin und ließ sich 1988 als Internist mit einer eigenen Praxis in Würzburg nieder.
Seit 1998 ist Dr. Schuster Vorsitzender der IKG Würzburg und Unterfranken. 2002 wurde er zudem zum Präsidenten des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern gewählt. Nach elfjähriger Mitgliedschaft im Präsidium des Zentralrats der Juden in Deutschland wurde er 2010 einer der beiden Vizepräsidenten. Neben diesen Funktionen ist auch Dr. Schusters Mitgliedschaft in der Ethikkommission der Bundesärztekammer und in der Bioethikkommission der bayerischen Staatsregierung zu nennen.

Mark Dainow – Vizepräsident

Mark Dainow wurde 1948 in Minsk geboren. 1972 emigrierte er aus der Sowjetunion. Nach einem kurzen Aufenthalt in Israel ließ er sich 1973 in der Bundesrepu­blik nieder. Der Diplom-Ingenieur hat fast 30 Jahre im technischen Entwicklungszentrum von Opel in Rüsselsheim gearbeitet.
Dainow war bereits in der Sowjetunion jüdisch aktiv – trotz der damit verbundenen Gefahren. Zu jüdischer Tätigkeit fand er auch in Deutschland. Seit 1998 ist er zweiter Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Offenbach. Seit 2010 gehört er auch dem Präsidium des Zentralrats der Juden in Deutschland an.

Abraham Lehrer – Vizepräsident

Abraham Lehrer wurde 1954 in New York geboren, kam aber bereits kurze Zeit später nach Deutschland. Im Jahr 1987 wurde er Mitglied des Gemeinderats der Synagogen-Gemeinde Köln. Seit 1995 gehört er auch dem Vorstand der Gemeinde an.
Lehrer ist seit fast zwei Jahrzehnten Vorstandsmitglied der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) und seit 2000 deren Vorstandsvorsitzender. Bereits vor seiner jetzigen Wahl zum Vizepräsidenten war er Präsidiumsmitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland. Im Berufsleben leitet Lehrer die von ihm gegründete ADOR EDV- und Software GmbH.

Heinz-Joachim Aris

Heinz-Joachim Aris wurde 1934 in Dresden geboren, wo er bis heute lebt. Die Familie war der NS-Verfolgung ausgesetzt und entging nur knapp der Deportation. In der DDR war Aris’ Vater Helmut Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Dresden und Vorsitzender des Verbandes der Jüdischen Gemeinden. Heinz-Joachim Aris spielte nach der deutschen Wiedervereinigung als Geschäftsführer der Gemeinde in Dresden eine wichtige Rolle bei der Integration der Zuwanderer aus der Ex-UdSSR.
Der pensionierte Industriemanager wurde 2002 ins Direktorium des Zentralrats gewählt. Seit 2006 gehört er – mit anderthalbjähriger Unterbrechung – dem Präsidium an.

Küf Kaufmann

Küf Kaufmann wurde 1947 in der Stadt Marx an der Wolga geboren. Er studierte Regie in Leningrad und arbeitete dort im Bereich der Bühnenkunst. 1991 siedelte er mit seiner Familie nach Deutschland über. In Leipzig wirkte er bei Fernseh- und Bühnenproduktionen mit. Er ist Autor des Buches „Wodka ist immer koscher“, in dem er aus seinem Leben in der Ex-UdSSR und in Deutschland erzählt.
Seit 2004 ist Kaufmann Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde in Leipzig. Dort hat er sich auch einen Namen als Direktor des Kultur- und Begegnungszentrums Ariowitsch-Haus gemacht. 2010 wurde er ins Präsidium des Zentralrats gewählt.

Hanna Sperling

Hanna Sperling wurde 1952 in Israel geboren und kam 1956 nach Deutschland. Sie engagiert sich seit vielen Jahren im jüdischen Leben. Seit 1994 ist sie Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe. Ebenfalls 1994 wurde sie ins Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland gewählt; seit 2003 ist sie Präsidiumsmitglied.
Zu ihren öffentlichen Funktionen gehört auch die Mitgliedschaft im Rundfunkrat des Westdeutschen Rundfunks (WDR). In der Vergangenheit war sie Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und Vorstandsmitglied der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland.

Vera Szackamer

Vera Sza­ckamer wurde 1952 in Köln geboren. Jüdisches Engagement lernte sie bereits im Elternhaus: Ihr Vater hatte einen maßgeblichen Anteil am Neuaufbau der jüdischen Gemeinde in Köln in der Nachkriegszeit. Szackamer ist Mitglied im Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern – eine Position, in die sie 1996 gewählt wurde.
Bei der jüngsten Ratstagung wurde Vera Szackamer ins Präsidium des Zentralrats gewählt und kehrte damit in das Führungsgremium zurück, dem sie in der Vergangenheit bereits angehört hat. Sie vertritt den Zentralrat auch im Rundfunkrat der Deutschen Welle. Vera Szackamer ist Sozialpädagogin und Familientherapeutin.

Barbara Traub

Barbara Traub wurde 1957 in Wien geboren. Seit ihrem Umzug nach Stuttgart vor rund 20 Jahren engagiert sie sich im Leben der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW). Sie war in mehreren Kommissionen der IRGW tätig. In den Jahren 2002 bis 2006 war sie Vorstandssprecherin der IRGW und wurde 2009 erneut in dieses Amt gewählt. Sie gründete die Stuttgarter Jüdischen Kulturwochen und das Forum jüdische Bildung und Kultur.
Im Februar 2013 wurde sie ins Präsidium des Zentralrats der Juden in Deutschland gewählt und am 30. November 2014 als Präsidiumsmitglied bestätigt. Barbara Traub arbeitet als Psychotherapeutin und Psychoonkologin in Stuttgart.

Milena Winter

Milena Winter wurde 1985 in Odessa geboren und kam 1996 nach Deutschland. Sie studierte Rechtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und arbeitet als Rechtsanwältin in einer bundesweit tätigen Bau- und Vergaberechtskanzlei. Ihr Spezialgebiet ist das private Baurecht.
Milena Winter ist seit vielen Jahren in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin aktiv. Sie ist stellvertretendes Vorstandsmitglied und in dieser Funktion verantwortlich für das Dezernat Integration. Ihre wichtigste Aufgabe sieht sie in der Verbesserung der beruflichen und sozialen Integration von zugewanderten Gemeindemitgliedern. Am 30. November 2014 wurde sie ins Präsidium des Zentralrats der Juden in Deutschland gewählt.