14. Jahrgang Nr. 12 / 16. Dezember 2014 | 24. Kislew 5775

Ralph Giordano sel. A.

Der Buchautor, Filmemacher und Publizist Ralph Giordano ist am 10. Dezember im Alter von 91 Jahren in Köln gestorben. Giordano, dessen Mutter Jüdin war, wurde 1923 in Hamburg geboren. Er überlebte den Holocaust in Deutschland, zum Teil im Versteck. Trotz seiner furchtbaren Erlebnisse während der NS-Zeit entschied sich Giordano nach dem Krieg, in Deutschland zu bleiben und schlug eine journalistische Laufbahn ein. Er blieb bis zu seinem Tod ein einflussreicher, geachteter und streitbarer Intellektueller. Sein größter schriftstellerischer Erfolg war die großenteils autobiografische Familien-Saga „Die Bertinis“.
Giordanos Engagement für Zivilcourage und Demokratie würdigte der Zentralrat der Juden in Deutschland 2003 mit dem Leo-Baeck-Preis. Zu Giordanos Tod erklärte Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster: „Ralph Giordano sel. A. war ein großer Publizist und brillanter Analytiker. Seine Stimme wird uns in der jüdischen Gemeinschaft und darüber hinaus in der ganzen Gesellschaft fehlen. Ralph Giordano hat seine Meinung auch dann unmissverständlich formuliert, wenn es unbequem war. Seine Beiträge waren zugleich stets von einem hohen Maß von Menschlichkeit gekennzeichnet. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.“

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