14. Jahrgang Nr. 11 / 30. November 2014 | 8. Kislew 5775

Gedenken

In zahlreichen deutschen Städten fanden am 76. Jahrestag der „Reichskristallnacht“ Gedenkveranstaltungen statt. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 hatten die Nazis in Deutschland und im annektierten Österreich rund 1400 Synagogen in Schutt und Asche gelegt und 7500 Geschäfte demoliert. 1500 Menschen fielen damals der Gewalt zum Opfer.
Die Gedenkveranstaltungen wurden von einer breiten Palette von Institutionen organisiert. Zu ihnen gehörten jüdische Gemeinden ebenso wie Kirchen, Stadt- und Gemeindevertretungen, Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit sowie lokale Initiativen und zahlreiche Schulen. Auch in diesem Jahr erhielten sie das Gedenken an die Opfer des Nazi-Pogroms durch Aktionen, Gedenkstunden und Schweigemärsche aufrecht.
Der Zentralrat der Juden in Deutschland erklärte: „Heute gedenken wir all der Menschen, die damals gequält, gedemütigt, gefoltert und ermordet wurden.“ Zwar habe jüdisches Leben heute wieder einen festen Platz in Deutschland. Darüber sei die jüdische Gemeinschaft glücklich, bleibe aber wachsam.
Die Jüdische Gemeinde zu Berlin lud die Bürger ein, die Namen der 55.696 ermordeten Berliner Juden öffentlich zu verlesen. Die Münchner Gemeinde bat Schüler, Bürger sowie Vertreter von Polizei und Bundeswehr, die Biografien von 500 Schoa-Opfern aus ihrer Heimatstadt vorzutragen.

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