Die Jüdische Gemeinde Würzburg und Unterfranken

  • 1147 erste Erwähnung der jüdischen Gemeinde (in Zusammenhang mit einem Pogrom)
  • bis 1298 Blütezeit der jüdischen Gemeinde Würzburg. Zuzug von Juden aus Süddeutschland, Frankreich und England
  • Im Mittelalter kommt es immer wieder zu Pogromen und Ausweisungen der Juden aus Würzburg.
  • 1642 endgültige Vertreibung der Juden aus Würzburg durch Bischof Philipp von Schönborn
  • 1803 Moses Hirsch und seine erwachsenen Söhne erhalten als erste Juden wieder das Recht, sich in Würzburg niederzulassen
  • 1836 Bildung einer neuen jüdischen Gemeinde. Sie erlangt mit ihrem Oberrabbiner Seligmann Bär Bamberger Weltruf. Es entsteht die „Würzburger Orthodoxie“, ein traditionelles, aber weltoffenes Judentum.
  • 1841 Einweihung der neuen Würzburger Synagoge
  • 1864 Gründung der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA)
  • ca. 1880 Mit etwa 4,5 Prozent erreicht die jüdische Gemeinde ihren höchsten Anteil an der Würzburger Bevölkerung. Zur Jahrhundertwende leben 2.567 Juden in Würzburg. Es entstehen ein jüdisches Krankenhaus und ein jüdisches Altenheim.
  • 1937/38 Vereinigung der traditionsreichen jüdischen Gemeinden Heidingsfeld und Höchberg mit Würzburg
  • 9. November 1938 Reichspogromnacht: Die Inneneinrichtung der Würzburger Hauptsynagoge wird verwüstet, die Heidingsfelder Synagoge durch Brandstiftung vernichtet. 300 jüdische Männer aus Würzburg werden in Konzentrationslager verschleppt.
  • 1939 Rabbiner Siegmund Hannover, der seit 1920 Gemeinderabbiner war, emigriert.
  • 1941 – 1943 Insgesamt werden 2.063 Juden aus Unterfranken in die NS-Vernichtungslager deportiert.
  • 1945 kehren 21 Mitglieder der Vorkriegsgemeinde vom KZ Theresienstadt nach Würzburg zurück. Der neuen jüdischen Gemeinde gehören 59 Menschen an.
  • 1958 bis 1996 ist David Schuster Gemeindevorsitzender. Sein Sohn Josef Schuster leitet seit 1998 die Gemeinde.
  • 1964 Die Israelitische Gemeinde beschließt den Neubau einer Synagoge. Eingeweiht wird sie am 24. März 1970.
  • 1987 Einrichtung des Dokumentationszentrums für jüdische Geschichte und Kultur in der Valentin-Becker-Straße.
  • 1991 Beginn der Zuwanderung jüdischer Kontingentflüchtlinge aus der ehemaligen Sowjetunion. Die Israelitische Kultusgemeinde Würzburg wächst von damals rund 180 Mitgliedern auf heute mehr als 1.000 Mitglieder.
  • 2006 Einweihung des neuen Jüdischen Kultur- und Gemeindezentrums „Shalom Europa“