Das Rabbiner-Seminar zu Berlin

  • Das Rabbinerseminar zu Berlin wurde 1873 von Rabbiner Dr. Esriel Hildesheimer gegründet und war auch als Hildesheimer’sches Rabbinerseminar bekannt. Es war die wichtigste Lehreinrichtung zur Ausbildung orthodoxer Rabbiner in Westeuropa und hatte von der Gründung bis 1938 insgesamt ca. 600 Studenten aus ganz Europa. Nach der Pogromnacht 1938 schlossen die Nationalsozialisten das Seminar zwangsweise.
  • 2009 wurde das Rabbinerseminar vom Zentralrat der Juden in Deutschland und der Ronald S. Lauder Foundation wieder eröffnet. Die vom US-amerikanischen Unternehmer Ronald S. Lauder gegründete Stiftung unterstützt weltweit jüdische Bildungseinrichtungen. Rektor des Rabbinerseminars ist seit der Gründung der in Frankfurt/Main geborene Rabbiner Dayan Chanoch Ehrentreu. Zur Zeit studieren elf angehende Rabbiner am Seminar. Das Studium dauert vier Jahre.
  • Die erste Ordination von zwei Absolventen des Rabbinerseminars (Rabbiner Zsolt Balla und Rabbiner Avraham Radbil) fand 2009 in München statt. Im darauffolgenden Jahr wurden in Leipzig Rabbiner Shlomo Afanasev und Rabbiner Moshe Baumel sowie 2012 in Köln die Rabbiner Daniel Fabian, Jonathan Konits, Reuven Konnik und Naftoly Surovtsev ordiniert.
  • Ziel des Rabbinerseminars ist es, eine neue Generation orthodoxer Rabbiner auf die Arbeit in den jüdischen Gemeinden in Deutschland vorzubereiten. Die angehenden Rabbiner sollen nicht nur klassische rabbinische Kompetenzen wie Talmud und Halacha (jüdische Religionsgesetze) beherrschen, sondern auch deren zeitgerechte Vermittlung. Um den Bedürfnissen der jüdischen Gemeinden in Deutschland gerecht zu werden, gehört die Ausbildung didaktischer und seelsorgerischer Fähigkeiten dazu.
  • Seit 2012 müssen die angehenden Rabbiner zusätzlich ein Bachelor-Studium im Fach Jüdische Sozialarbeit an der Fachhochschule Erfurt absolvieren, womit ihre akademische Ausbildung abgerundet wird.
  • Das Rabbinerseminar arbeitet sowohl mit der Conference of European Rabbis als auch mit der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland zusammen. Es wird maßgeblich vom Zentralrat der Juden in Deutschland sowie durch die Ronald S. Lauder Foundation finanziert.