14. Jahrgang Nr. 9 / 26. September 2014 | 2. Tischri 5775

WJC in Berlin

Zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg traf der Gouverneursrat (Governing Board) des Jüdischen Weltkongresses (WJC) zu seiner jährlichen Tagung in Berlin zusammen. An der Tagung nahmen 150 Vertreter jüdischer Gemeinden aus aller Welt teil. Sie wurden vom Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland begrüßt und beteiligten sich an der Kundgebung des Zentralrats gegen den Antisemitismus, von der sie sich tief beeindruckt zeigten. Die Tagungsteilnehmer gedachten zudem der Opfer des Holocaust im Haus der Wannsee-Konferenz, an der Gedenkstätte Gleis 17 und am Denkmal für die ermordeten Juden Europas.
Ein zentrales Thema der Tagung war der Anstieg antisemitischer Übergriffe in Europa und die steigende Feindseligkeit gegenüber Israel. In einer Resolution rief der WJC alle Staaten auf, eine verbindliche Definition des Antisemitismus auf Grundlage der Arbeitsdefinition der Europäischen Stelle zur Beo­bachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit anzunehmen. Der WJC kritisierte, viele europäische Länder bekämpften nicht in ausreichendem Maße den Antisemitismus.
Während der Tagung verlieh der WJC seinen Theodor-Herzl-Preis postum dem Verleger Axel C. Springer in Anerkennung dessen Verdienste um eine Annäherung zwischen Deutschen und Juden sowie zwischen Deutschland und Israel. Den Preis nahm Springers Witwe, Friede Springer, entgegen.

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