14. Jahrgang Nr. 7 / 25. Juli 2014 | 27. Tammus 5774

Tag der guten Tat – über den Tag hinaus

Der Zentralrat der Juden in Deutschland ruft zur Teilnahme am Mitzvah Day 2014 auf

Bereits zum dritten Mal findet in diesem Jahr der unter der Ägide des Zentralrats der Juden in Deutschland veranstaltete Mitzvah Day statt. Am 16. November 2014 werden jüdische Gemeinden, Schulen und andere jüdische Einrichtungen eine Vielzahl sozialer Aktionen zugunsten jüdischer wie nichtjüdischer Bedürftiger durchführen.
„Am 16. November wollen wir wieder bundesweit gute Taten vollbringen“, erklärte der Präsident des Zentralrats, Dr. Dieter Graumann, im Vorfeld des diesjährigen Mitzvah Day. Er sei sich sicher, so der Zentralratspräsident ferner, dass sich in diesem Jahr noch mehr Menschen am Tag der guten Tat beteiligen würden und dass die Vielfalt der sozialen Aktionen weiter zunehmen werde. Dr. Graumann würdigte ausdrücklich die Hilfsbereitschaft aller an den Projekten Beteiligten mit den Worten: „Der Zentralrat gibt logistische Unterstützung und hat die Erfahrungen vom vergangenen Jahr ausgewertet. Doch wir wissen: Ohne das Engagement vor Ort liefen unsere Bemühungen ins Leere. Wir sind stolz auf unsere Mitglieder und alle weiteren Teilnehmer, die ehrenamtlich so viel leisten!“
Es stehen verschiedene Projektkategorien zur Auswahl: Veranstaltungen für Senioren und für spezielle Gruppen, Raumverschönerung, Bastel-, Koch- und Kunstprojekte, Sach- und Lebensmittel-Sammelaktionen sowie Erlebnisaktionen für Bedürftige und Menschen in Not. Jüdische Gemeinden und Einrichtungen sind in der Ausgestaltung jedoch völlig frei. Einzige Voraussetzungen sind: Es wird Zeit gespendet und kein Geld. Außerdem müssen die Aktionen eine wirkliche Hilfe bedeuten. Im Übrigen können Interessierte aller Altersstufen bei Sozialaktionen am Mitzvah Day teilnehmen. Für jedermann werden am Tag der guten Tat Projekte zum Mitmachen angeboten.
Fragen und Anmeldungen können an den Zentralrat der Juden in Deutschland unter der E-Mail-Adresse mitzvahday@zentralratderjuden.de gerichtet werden. Die Anmeldung ist bereits möglich und bis zum Aktionstag selbst erlaubt. Eine frühzeitige Anmeldung wird jedoch empfohlen, da Mitzvah-Day-Artikel, beispielsweise Shirts, nur bis zum 19. September bestellt werden können. Weiterführende Informationen sind der Web­site www.mitzvah-day.de zu entnehmen.
Wie beim Zentralrat betont wird, stellen die im Rahmen des Mitzvah Day durchgeführten Aktionen nicht nur eine Bereicherung für die jüdische Gemeinschaft und für die Teilnehmer persönlich dar, sondern stoßen auch auf ein positives Echo in der nichtjüdischen Umwelt. Im November letzten Jahres ging auch Bundespräsident Joachim Gauck auf den Mitzvah Day im Zusammenhang mit der steigenden Selbstverständlichkeit und Zukunftsorientierung des jüdischen Lebens in der Bundesrepublik ein. Das Staatsoberhaupt erklärte: „Dass hier, wie ich höre, alle Richtungen mitgemacht haben – säkular, liberal, progressiv, konservativ, orthodox – ist eine wirklich gute Sache.“
Die Mitzvah-Day-Projekte stärken auch die Beziehungen zwischen der jüdischen Gemeinschaft und der nichtjüdischen Umwelt und werden anerkennend begrüßt, und zwar nicht nur von den Betroffenen, sondern auch von der breiten Öffentlichkeit. Der vorherige Mitzvah Day zog eine umfangreiche, positive Medienberichterstattung nach sich. In den Berichten wurde nicht nur über die Projekte an sich, sondern auch über die hinter dem Tag der guten Tat stehende Idee der Mitzwa im Judentum berichtet.
Was die jüdischen Freiwilligen anbelangt, geht es bei einer Mitzwa bekanntlich nicht darum, Anerkennung einzuheimsen. Vielmehr ist der Lohn der guten Tat die gute Tat selbst (S’char ha-Mitzwa: Mitzwa). Dennoch ist es gut zu wissen, dass man mit seinem Handeln auch – im Wortsinne – über den Tag hinaus Positives bewirkt hat. So ist es kein Wunder, dass 83 Prozent der befragten Teilnehmer 2013 erklärten, der Mitzvah Day habe sie überzeugt, sich mehr und regelmäßiger sozial einzubringen.

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