14. Jahrgang Nr. 6 / 27. Juni 2014 | 29. Siwan 5774

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Holocaust (griechisch: „vollständig verbrannt“):

Diese von Nichtjuden eingeführte Bezeichnung bezieht sich auf die größte Katastrophe unseres Volkes zwischen 1933 und 1945: die Vernichtung von sechs Millionen Juden. Viele von uns lehnen diese Bezeichnung mit der Begründung ab, dass unsere Märtyrer keineswegs „Brandopfer“ werden wollten. Dennoch hat sich im Alltag dieser Begriff etabliert. Allerdings wird heute auch in nichtjüdischen Kreisen zunehmend das hebräische Wort „Schoa“ verwendet (Katastrophe), wobei im hebräischen Sprachgebrauch der bestimmte Artikel „Ha“ vorgesetzt wird. „Ha-Schoa“ bedeutet entsprechend „die Katastrophe“. Der jiddische Begriff lautet „Churbn“ (laut aschkenasischer Aussprache; im modernen Hebräisch „Churban“) und bedeutet „Zerstörung“.

Hoschana (hebräisch):

Der Ausdruck stammt aus dem Psalm 118:25 („O, hilf doch, Herr“) und besteht eigentlich aus den beiden Wörtern „Hoschia Na“. Er bildet eine immer wiederkehrende Anrufung, die Eingang in die Hallel-Gebete, die Lobpsalmen, gefunden hat. An den Sukkot-Feiertagen gewinnen diese Worte beim Umzug mit den Feststrauß, Lulaw, in den Synagogen ein besonderes Gewicht. Hoschana bildet eines jener hebräischen Wörter, die in die Liturgie der Nichtjuden – als „Hosianna“ – übernommen worden sind.