14. Jahrgang Nr. 6 / 27. Juni 2014 | 29. Siwan 5774

Hilfsbereitschaft

Unterstützung für ausreisewillige Juden in der Ukraine

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat sich im Juni mit der Bundesregierung auf erleichterte Bedingungen für die Aufnahme von Juden aus der Ukraine geeinigt. In Gesprächen mit dem Bundesinnenministerium, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat der Zentralrat deutlich gemacht, dass aufgrund der schwierigen Situation in der Ukraine sofortiges Handeln unverzichtbar sei. Die Situation der Juden in der Ukraine sei schwer und unzumutbar. Das werde aus Hilferufen deutlich, die die jüdischen Gemeinden in Deutschland und den Zentralrat erreichten.
Um ausreisewillige Juden in der Ukraine zu unterstützen, werden ab sofort alle Anträge auf Aufnahme jüdischer Zuwanderer bei der deutschen Botschaft in Kiew entgegengenommen, auch wenn noch nicht alle erforderlichen Dokumente beigefügt sind. Die Anträge sollen wohlwollend und beschleunigt bearbeitet werden, das sagte die Bundesregierung zu.
In besonders dramatischen Einzelfällen kann sich der Zentralrat direkt an das Auswärtige Amt wenden, damit der Fall rascher bearbeitet wird. Voraussetzung dafür sind allerdings ein bereits gestellter Ausreiseantrag sowie die Schilderung der besonderen Gefährdung von Leib und Leben.
Sollte sich die Lage für Juden in der Ukraine nachweisbar verschlechtern, wird der Zentralrat kurzfristig erneut mit der Bundesregierung das weitere Vorgehen beraten. Daher bat der Zentralrat die Gemeinden um ihre Mithilfe. Wenn einer Gemeinde Berichte über besonders gefährdete Juden vorlägen, sollten sie an den Zentralrat übermittelt werden.
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Dieter Graumann, drückte seine Hoffnung aus, dass sich die Situation für die jüdischen Menschen in der Ukraine bald verbessere. Es bleibe aber immer Herzenssache des Zentralrats, Juden beizustehen, wo immer sie einer Gefahr ausgesetzt seien.

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