14. Jahrgang Nr. 3 / 28. März 2014 | 26. Adar II 5774

Sakrale Räume

Kolloquium zu Ehren von Professor Salomon Korn an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg

Am 9. März veranstaltete die Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg (HfJS) ein Kolloquium zu Ehren Professor Salomon Korns. Korn ist Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt und Vizepräsident des Zentralrats der Juden sowie auch Vorsitzender des Kuratoriums der HfJS. Das Thema des Kolloquiums „Sakrale Räume“ passte durchaus zum Beruf des Architekten Korn, der unter anderem das jüdische Gemeindezentrum in Frankfurt entworfen hat.
Zwölf Wissenschaftler aus Heidelberg, Marburg, Erfurt, Bonn und Berlin stellten ihre Forschungsergebnisse vor und deckten dabei Synagogengeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart ab. Professor Johannes Heil, der Rektor der Hochschule, berichtete, wie sich die „Positionierung von Synagogen im städtischen Raum“ gewandelt hat: Die 1860 fertiggestellte Hauptsynagoge in Frankfurt etwa sei ein „völlig in sich gekehrtes Gebäude“ gewesen. „Diese Bescheidenheit nach außen war kennzeichnend für die Synagogen in den Dörfern und Städten der Vormoderne“, sagte Heil. Erst später hätten jüdische Gotteshäuser ein „markanteres Auftreten“ an den Tag gelegt.
Lucas Elmenhorst stellte den Architekten Erich Mendelsohn vor, der 1933 vor den Nazis floh und in den USA zahlreiche Synagogen baute. Deren Markenzeichen sind verschiebbare Wände zwischen Gebets- und Versammlungsraum, um an hohen Festtagen allen Besuchern Platz zu bieten.
Weitere Themen des Kolloquiums waren „Die Zelt-Welt-Parallele in der Priestertora“, „Die Vorstellung von Raum und Zeit in der mittelalterlichen Synagogenarchitektur“ und die Synagogenforschung Richard Krautheimers. Professor Albert Gerhards von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn berichtete, wie zwei ehemalige Kirchen in Speyer und Bielefeld nach ihrer „Entweihung“ zu Synagogen wurden. Und mehr als einmal wurden an diesem Tag die bekannten Worte Salomon Korns zitiert: „Wer ein Haus baut, der will bleiben, und wer bleiben will, erhofft sich Sicherheit.“

Samuel Rieth