14. Jahrgang Nr. 2 / 28. Februar 2014 | 28. Adar I 5774

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

HATIKWA (hebräisch): die Hoffnung.

„Hatikwa“ ist der Titel der Nationalhymne des Staates Israel. Der Text entstammt, in gekürzter Form, dem 1878 verfassten Gedicht „Tikwatenu“ (Unsere Hoffnung) von Naphtali Herz Imber (1856–1909). Nach der Staatsgründung im Jahre 1948 wurde der vertonte Text, den schon die zionistische Bewegung als Hymne verwandt hatte, zur Nationalhymne erklärt. Am Schluss des Gedichts wurde jedoch eine Änderung vorgenommen: Statt der von Imber ausgedrückten Hoffnung, Juden mögen ins Land ihrer Vorväter zurückkehren, heißt es seitdem: „… zu sein ein freies Volk, in unserem Lande Zion und in Jerusalem!“ Die Melodie stammt vermutlich aus dem Jahr 1888, wird dem Komponisten Samuel Cohen zugeschrieben und weist unter anderem Ähnlichkeiten mit Bedřich Smetanas Komposition „die Moldau“ auf.
„Hatikwa“ wird in vielen Synagogen gesungen, auch in der Diaspora. Dies ist beispielsweise am Unabhängigkeitstag Israels (Jom Ha-Atzmaut), am Gedenktag für die Gefallenen der Kriege Israels (Jom Ha-Sikaron) und am Gedenktag für den Holocaust (Jom Ha-Schoa) häufig der Fall.