14. Jahrgang Nr. 1 / 31. Januar 2014 | 30. Schwat 5774

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

Hasmonäer (hebräisch: Haschmonaim):

jüdische Familie und späteres Herrscherhaus im zweiten und ersten Jahrhundert v.d.Z. in Judäa, auch Makkabäer genannt. Der patriotisch gesinnte Priester (Kohen) Matitjahu gilt als Ahnherr dieser Dynastie. Matitjahus Söhne starteten im Jahr 167 v.d.Z. Angriffe gegen die Fremdherrschaft der Seleukiden im Heiligen Land. Nach dem Tod Matitjahus übernahmen sein Sohn Jehuda und dessen Brüder die Führung in den Kämpfen gegen die Eindringlinge. Jehuda wurde später Makkabi, „der Hammer“, genannt. Er verkörpert die Revolte gegen die Zwangshellenisierung des jüdischen Landes. In der nichtjüdischen Welt, vornehmlich in der Kunst und Literatur, ist er als „Judas Makkabäus“ bekannt. Diese Ereignisse fanden in der Chanukka-Geschichte und dem Öl-Wunder ihren Niederschlag. Die Makkabäer bescherten den Juden in Israel eine mehr als ein Jahrhundert währende Zeit weitgehender Eigenständigkeit, während der auch die jüdische Religionslehre weiterentwickelt wurde. Über die Geschichte der Hasmonäer wird vornehmlich in den Büchern der Makkabäer berichtet. Die Bücher der Makkabäer sind in unserem Tenach nicht enthalten und liegen auch nicht mehr im hebräischen Original vor. Die katholische Kirche hat sie indessen in ihren Kanon aufgenommen.