13. Jahrgang Nr. 12 / 18. Dezember 2013 | 15. Tewet 5774

Aus den Gemeinden – Jüdisches Leben

Amberg:

Die Israelitische Kultusgemeinde Amberg hat einen neuen Rabbiner: Ende November wurde Rabbiner Elias Dray in sein Amt eingeführt. Er konnte sich in seiner Umgebung auf Anhieb heimisch fühlen, und zwar nicht nur, weil er – bisher in München tätig – bereits oft zu seelsorgerischen Aufgaben nach Amberg gekommen war. Vielmehr ist Rabbiner Dray gebürtiger Amberger. Bei der Amtseinführung war auch der Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern und Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, anwesend. Dr. Schuster wünschte Rabbiner Dray viel Erfolg bei der Ausübung seines neuen Amtes. Dray ist der erste festangestellte Rabbiner in Amberg seit mehr als vier Jahrzehnten.

Würzburg:

Im Innenhof des Würzburger Juliusspitals wurde ein Denkmal errichtet, das an die jüdische Geschichte des Standortes erinnert. Das Krankenhaus wurde ab 1576 vom Fürstbischof Julius Echter aufgebaut. Der Bau erfolgte zum Teil auf dem Gelände eines jüdischen Friedhofs, den der kirchliche Würdenträger hatte einebnen lassen, obwohl die jüdische Gemeinde der Stadt den Friedhof im Einklang mit der Halacha für ewige Zeiten gekauft hatte. Das von Bildhauer Kurt Grimm geschaffene Kunstobjekt wurde in einer Zeremonie vom Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde Dr. Josef Schuster und Oberpflegeamtsdirektor Walter Herberth enthüllt.

Emmendingen:

Die Jüdische Gemeinde Emmendingen hat einen neuen Chanukka-Leuchter, der in diesem Jahr erstmals verwendet wurde. Die 180 cm hohe Chanukkia ist nicht nur wegen ihres künstlerischen Wertes eine Besonderheit, sondern – vielleicht noch mehr – aus einem weiteren Grund: Sie wurde vom emeritierten Pfarrer Karl Günther im Gedenken an seine Mutter gestiftet, die vor dem Zweiten Weltkrieg in der jüdischen Gemeinde der Stadt Sekretärin war. Wie der Geistliche beim Anzünden der ersten Chanukka-Kerze erzählte, musste seine Mutter tatenlos miterleben, wie die Synagoge während der „Reichskristallnacht“ zerstört wurde. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Torsten Rottberger, dankte dem Spender für die großzügige Gabe und erklärte, der Leuchter werde einen besonderen Platz in der Gemeinde erhalten und auch künftig zu Chanukka auf den Schlossplatz gebracht werden.

Halle:

In Sachen-Anhalt wird die Errichtung eines jüdischen Elternheims angestrebt. Zu diesem Zweck ist die Gründung eines landesweiten Wohlfahrtsvereins vorgesehen. Wie der Vorsitzende des Landesverbandes jüdischer Gemeinden und der Jüdischen Gemeinde Halle, May Privorozki, erklärte, stehe bisher nicht fest, in welcher der drei sachsen-anhaltischen Städte, in denen es jüdische Gemeinden gebe (Halle, Magdeburg und Dessau), die neue Einrichtung entstehen solle.

Köln:

Im Alter von 90 Jahren ist Henry Gruen, Vorstandsmitglied der Jüdischen Liberalen Gemeinde Köln, verstorben. 1923 in Köln geboren, kam Gruen, ursprünglich Heinz Grünebaum, 1938 mit einem Kindertransport nach Großbritannien und lebte ab 1947 in den USA. 1971 zog er erneut nach Köln und engagierte sich maßgeblich in der liberalen Gemeinde Gescher LaMassoret.