13. Jahrgang Nr. 11 / 29. November 2013 | 26. Kislew 5774

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

HALACHA (hebräisch):

Das Wort „Halacha“ wird in der Regel mit „jüdisches Gesetz“ übersetzt, leitet sich aber von der hebräischen Wurzel „halach“ (gehen, wandeln) ab und bedeutet in etwa „Wegbeschreibung, Führung“. Die Halacha beruht auf drei Quellen: der Tora, den Gesetzen der Rabbinen und wird auch von langjährigen, verbindlichen Gewohnheiten mitbestimmt.
Eine halachische Bestimmung, die auf einer dieser Quellen beruht, wird auch als Mitzwa (Gebot, Plural: Mitzwot) )bezeichnet. Halachische Diskussionen unterscheiden zwischen Mitzwot d‘Oraita (auf der Grundlage der Tora) und Mitzwot d‘Rabbanan (Verpflichtungen, die sich aus der rabbinischen Lehre ergeben). Eine Pflichterfüllung, die aus den langjährigen, verbindlichen Gewohnheiten abgeleitet wird, wird als Minhag (Brauch) bezeichnet.
Die Mitzwot aus allen drei genannten Quellen sind verbindlich, auch wenn es Unterschiede in der Art ihrer Anwendung gibt. Das Herz und Kernstück der Halacha sind die 613 Mitzwot (Gebote), die G’tt dem jüdischen Volk in der Tora gab.