Kurz-Biographie von Leo Baeck

Rabbiner Leo Baeck (1873 – 1956)

  • 1873 in Lissa (heute Leszno, Polen) geboren
  • Mit 18 Jahren geht Leo Baeck nach Breslau, um am konservativen Jüdisch-Theologischen Seminar seine Ausbildung als Rabbiner zu beginnen.
  • 1897 setzt er seine Studien an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin fort und wird hier schließlich selbst als Dozent berufen. Gleichzeitig wirkt Leo Baeck als Rabbiner in Oppeln, Düsseldorf und ab 1912 in Berlin. Außerdem ist er im Ersten Weltkrieg Feldrabbiner an der West- und Ostfront.
  • Zwischen 1919 und 1933 übernimmt Baeck zahlreiche repräsentative Aufgaben in der Jüdischen Gemeinde Berlins. Darüber hinaus ruft er die christlich-jüdischen Gespräche ins Leben, deren Ziel die interreligiöse und kulturelle Verständigung zwischen Juden und Christen in Deutschland ist. Zugleich wird er Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Rabbinerverbands.
  • 1933 wird der inzwischen angesehene Gelehrte zum Präsidenten der Reichsvertretung der deutschen Juden berufen und ist während des nationalsozialistischen Regimes geistiges Oberhaupt der deutschen Juden. Trotz mehrfacher Möglichkeit zur Emigration bleibt Baeck bei seiner Gemeinde.
  • 1943 wird er zusammen mit seiner Familie in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Dort versucht er den Menschen mit Predigten und Vorträgen in ihrer hoffnungslosen Situation zu helfen. Schwer misshandelt überlebt er und emigriert 1945 nach London.
  • Leo Baeck wird 1945 Präsident der Weltunion für Progressives Judentum (World Union for Progressive Judaism) und bemüht sich fortan um Versöhnung und den Dialog zwischen Juden und Christen.
  • Neben seinen repräsentativen Funktionen lehrt Baeck in verschiedenen Universitäten in Europa und in den USA. 1955 wird er erster Präsident des nach ihm benannten Leo Baeck Instituts zur Erforschung der Geschichte der Juden im deutschsprachigen Raum.
  • Am 2. November 1956 stirbt Leo Baeck in London.
  • Seit 1957 verleiht der Zentralrat der Juden in Deutschland als höchste Auszeichnung den Leo-Baeck-Preis.
  • Seit April 1999 ist das Gebäude der ehemaligen Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in der Berliner Tucholskystraße 9 Sitz des Zentralrats der Juden in Deutschland. Es trägt den Namen "Leo-Baeck-Haus".