Glossar

Mitzvah, Mitzwah: [hebr.] „Gebot“. Im Judentum gibt es 613 Ge- und Verbote. Die Mehrheit der Gebote umfasst die Pflicht zum sozialen Handeln und der Nächstenliebe. Umgangssprachlich verwendet man den Begriff daher auch für eine gute Tat.

Mitzvah Day: Die Mitzvot (Plural) gelten selbstverständlich das ganze Jahr über. Der „Mitzvah Tag“ als Aktionstag für Soziales Handeln soll Aufmerksamkeit schaffen für jüdische Werte, z.B. Tzedek, Tikkun Olam und Gemilut Chassadim, und zu besonderen Aktionen animieren, um vor Ort Beziehungen zwischen jüdischen und nichtjüdischen Einrichtungen zu schaffen. Der Mitzvah Day basiert auf jüdischen Werten, ist aber inklusiv, d.h. jeder darf mitmachen. Wir haben auch christliche und muslimische Teilnehmer bei einzelnen Projekten. Jeder ist eingeladen.

Tzedek, Zedek: [hebr.] „Gerechtigkeit“. Gerechtigkeit bedeutet im Judentum nicht nur, dass die Rechte eines anderen unverletzt bleiben, sondern auch Anspruch von Bedürftigen auf Unterstützung - also soziale Gerechtigkeit.

Tikkun Olam: [hebr.] „Verbesserung/Reparatur der Welt“. Der Ausdruck kommt im traditionellen täglichen Gebet vor und beschreibt die gemeinsame Verantwortung der Menschheit, die Welt täglich ein Stück besser zu machen und zu pflegen.

Gemilut Chassadim: [hebr.] „Wohltätigkeit, Hilfe ohne Eigennutz“. Laut dem rabbinischen Judentum ist Gemilut Chassadim eine der drei Säulen, auf denen die Welt ruht. Es ist eine grundlegenden soziale Norm des jüdischen Lebens: Krankenbesuche, Kleiden und Ernähren von Bedürftigen, Trauerbegleitung und Bestattung u.v.m. Es geht nicht um Geld, sondern um persönlichen Einsatz und kann daher unabhängig von eigenem Besitz gelebt werden.