13. Jahrgang Nr. 9 / 27. September 2013 | 23. Tischri 5774

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

HAGGADA (hebräisch): Erzählung. Meistens versteht man darunter das Büchlein „Haggada Schel Pessach“ (die Pessach-Haggada). Die Haggada beinhaltet die Erzählung des Auszuges der Kinder Israel aus Ägypten. Sie wird am Seder-Abend verlesen. Damit erfüllen wir das Tora-Gebot: „Du sollst deinem Kinde an jenem Tag erzählen …“ (2. Buch Mose 13:8).

Die Haggada ist über Jahrhunderte von vielen heute unbekannten und einigen namhaften Gelehrten verfasst worden. Sie beinhaltet Verse aus der Tora und aus anderen Büchern des Tanach sowie exegetische Anmerkungen, die den traditionellen Verlauf des Abends begleiten. Die Haggada stellt den Leitfaden für den Ablauf und die Durchführung der rituellen Zeremonien des Seder-Abends dar. Viele Zitate aus der Haggada gingen in den allgemeinen jüdischen Sprachgebrauch ein. Haggada-Motive fanden auch Eingang in jüdische Kunst und Musik.

Haggada-Bücher wurden oft kunstvoll bebildert. Die erste gedruckte – und nicht handschriftlich kopierte – Haggada stammt, soweit bekannt, aus den letzten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts. Vor allem ab Anfang des 20. Jahrhunderts wurden immer mehr Sondereditionen veröffentlicht. Im Zeitalter computerisierter Satz- und Druckverfahren werden Haggadot auch individuell gestaltet, beispielsweise mit Familienfotos.