13. Jahrgang Nr. 9 / 27. September 2013 | 23. Tischri 5774

Zusammenhalt

Veranstaltungsreihe der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden stärkt die Gemeinden und fördert jüdisches Wissen

Von Eva Okuns

Die Förderung jüdischen Lebens ist ein zentrales Ziel aller jüdischen Institutionen in der Bundesrepublik. Im Rahmen ihrer auf diesen Zweck ausgerichteten Aktivitäten führt die Israelitische Religionsgemeinschaft Baden (IRG Baden) seit Januar 2012 für ihre zehn Mitgliedsgemeinden ein besonderes Programm durch: Bei Familienseminaren, Treffen für junge Erwachsene, Begegnungen für Senioren, aber auch bei Chorfestivals und Tanzseminaren vertiefen die Teilnehmer nicht nur ihr jüdisches Wissen, sondern erleben auch jüdische Gemeinschaft. Die Kenntnisse, die sie bei den Veranstaltungen erlangen, geben sie an ihre Gemeinden weiter.

Unter der Leitung des Familienreferenten der IRG Baden, Elik Roitstein, finden die Treffen in regelmäßigen Abständen in verschiedenen Städten statt. Sie stärken sowohl die Zusammenarbeit der einzelnen Gemeinden als auch das Zusammengehörigkeitsgefühl von Gemeindemitgliedern verschiedenen Alters. Tatjana Malafy, Geschäftsführerin der Israelitischen Kultusgemeinde Rottweil, betont: „Dieses Projekt vereint die Generationen. Unsere Kinder, wir und unsere Eltern lernen, tanzen und singen mit großer Begeisterung. Dies führt zu einem intensiven Austausch zwischen den Jugendlichen und den älteren Jahrgängen. Solche Begegnungen machen uns zu einer großen jüdischen Familie Badens.“

Während der Familienseminare erfahren die Erwachsenen und Kinder Neues über das Judentum von Rabbinern und Gruppenleitern. Anschließend folgt meistens eine Stadtführung. Auf diese Weise lernen die angereisten Teilnehmer neben neuen Menschen auch neue Städte kennen. Wichtig ist zudem, dass sich alle Teilnehmer der jüdischen Tradition annähern. Gemeinsam bereitet man sich auf die jüdischen Feste vor und lernt etwas über deren Hintergründe. Nach Meinung der Leiterin des Seniorenklubs in Mannheim, Rayisa Khersonskaja, sind solche Familienseminare essenziell, um jüdischen Familien das Gemeindeleben und das Judentum näherzubringen.

Neben Familientreffen veranstaltet die IRG Baden auch Treffen für junge Erwachsene. Zielgruppe sind Gemeindemitglieder zwischen 25 und 50 Jahren, die sich in ungezwungener Atmos­phäre treffen und einander kennenlernen wollen. Auch dabei kommt das Judentum nicht zu kurz: Gemeinsam mit Rabbinern werden Diskussionen über jüdische Themen geführt. Bei Tanzseminaren und Chorfestivals versammeln sich Liebhaber israelischer Tänze und Musik, frischen alte Gesangsstücke und Schrittfolgen wieder auf und lernen neue.

Ein besonderes Ereignis war dieses Jahr der Familienschabbat in Donaueschingen. Das Hotel „Waldblick“ beherbergte die Gäste drei Tage lag. Dafür war es mit seiner einmaligen Lage im Herzen des Schwarzwalds auch bestens geeignet. Der gemeinsame Schabbat stand unter dem Motto „65 Jahre Israel“.

Familienreferent Elik Roitstein zieht Bilanz: „Wenn ich beobachte, wie motiviert und engagiert alle Teilnehmer sind und welchen Spaß Eltern und Kinder dabei haben, wenn sie zusammen etwas Neues erfahren, fühle ich mich darin bestätigt, dass solche Veranstaltungen unbedingt fortgeführt werden müssen.“ So ist es kein Wunder, dass für dieses Jahr noch zahlreiche weitere Begegnungen geplant sind.