13. Jahrgang Nr. 8 / 30. August 2013 | 24. Elul 5773

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

HAFSAKA (hebräisch): Unterbrechung. Jom Hafsaka (Tag der Unterbrechung) ist der Tag, an dem elf Monate der Trauer nach dem Tod der Eltern oder naher Verwandter zu Ende gehen. An diesem Tag hört der Trauernde auf, täglich Kaddisch zu sagen.
Das Trauerjahr selbst dauert zwölf Monate. Nach der Überlieferung kann die Seele des Verstorbenen auch bis zu zwölf Monaten für die Sünden des Verstorbenen gepeinigt werden, wobei diese vollen zwölf Monate aber das Strafmaß für Bösewichte sind. Indem der Trauernde das Kaddisch-Sagen bereits nach elf Monaten, also vor Ablauf der maximalen Frist, einstellt, bekundet er seine Überzeugung, dass der Verstorbene kein Bösewicht war und der mit dem Kaddisch einhergehenden Fürsprache für gepeinigte Seelen nicht so lange bedarf.

HAFTARA (hebräisch), Plural „Haftarot“: Anschluss. Ein Auszug aus den Schriften der Propheten (Newi’im), dem zweiten Teil des Tenach. Die Haftara wird in der Synagoge an jedem Schabbat und an Feiertagen im Anschluss an die Lesung der Tora vorgetragen. Die Haftara hängt thematisch mit dem jeweiligen Wochenabschnitt der Tora zusammen. Dieser Brauch geht auf Perioden der Antike zurück, in denen nichtjüdische Herrscher Juden den Vortrag aus der Tora untersagten, so dass die Haftara die Beter an den jeweiligen Wochenabschnitt zumindest erinnern sollte.